Musikgeschichten #24

Gedanken, Geschichten

So viel Leben im Regen…
“Still” von Avec

I think I love you, still
from the depths of my heart to the bottom of my skin
and it’s still
Oh, deep, deep down in his ocean
I will still
follow this path and it leads me back to him
I think I love you, still 

Ich ging durch Straßen, über Felder, durch Wald und lief Feldwege zwischen Wiesen entlang. Die Sonne stand schon tief am Himmel und über die Landschaft fiel ein malerisches rosa-orange-gelb. Es war warm und ich fühlte mich unglaublich gut. Als ich wieder durch Straßen ging begegnete mir Niemand. Die Häuser warfen mystische Schatten auf die auto- und menschenleeren Straßen. Da fing es plötzlich an zu tropfen. Kleine, warme Tropfen, die aussahen wie durschichtige Perlen fielen vom Himmel auf den grauen Pflasterstein unter meinen Füßen. Ich stand auf einem großen Hof, der von der Sonne beschienen wurde. Die Regentropfen perlten an meiner Haut ab und durchnässten meine Kleidung. Ich öffnete meine Haare und streckte mein Gesicht dem Himmel entgegen. Langsam breitete ich meine Arme aus und schloss meine Augen. Der Regen war sanft, fast schmeichelnd. Ich ließ ihn auf mich wirken und fühlte ich mich auf einmal endlos allein. Da spürte ich jemanden. Es war jemand da. Als ich die Augen öffnete, sah ich ihn am anderen Ende des Hofes stehen. Meine Tränen vermischten sich jetzt mit dem Regen. ER war da. Ich rannte auf ihn zu und fiel ihm in die Arme. Er drückte mich an sich. Seine Wärme durchdrang meine nasse Haut und breitete sich in mir aus. Ich drückte mein Gesicht an seine Schulter und war unendlich dankbar, dass er da war. Er war da, egal wann, immer wenn ich ihn brauchte und das war der Grund, warum ich ihn liebte. 

Ebenfalls eine kleine Story, die ich bereits mit 13 Jahren geschrieben habe🙈 

 

Im Spiel der Sonne und den Tönen des Klavieres, lässt du mich leben. 

Departures N1 – Dustin O’Halloran 

Leise Klaviertöne weckten sie und als sie die Augen aufschlug, sah sie ihn durch die geöffnete Flügeltür des Schlafzimmers im Wohnzimmer am Klavier sitzen.
Er hatte die Augen geschlossen und seine Finger schienen über die Tasten zu schweben. Vorsichtig und sanft setzte er sie auf, als würde er sie streicheln. Und genau so hörte sich die Melodie an, die durch die hohen Decken durch die ganze Wohnung getragen wurden. Sie hatten die Wohnung aufgrund der Deckenhöhe ausgesucht, um den Klang des Klavieres noch besser zu betonen. Und keinen einzigen Tag bereute sie die Entscheidung.
Sanft und weich füllte die Melodie jede Pore der ruhigen Wohnung mit einem wunderschönen Klang. Durch das Fenster fielen die ersten Sonnenstrahlen und brachen sich auf dem Holz des dunkeln Flügels. Sie fühlte die warme Decke über ihr und kuschelte sich mehr in ihre Kissen. Genießend nahm sie den Moment in sich auf dankbar, was für ein Geschenk es war, dass er jeden Morgen spielte. Niemals mehr könnte sie sich vorstellen ohne diese wunderbare Musik aufzustehen. Ihre Augen wanderten wieder zu ihm und ihr Blick legte sich wie schützende Arme auf ihn. Er war wunderschön so wie er mit seinem dunklen Shirt und der Jeans bekleidet an diesem großen Klavier saß. Langsam richtet sie sich auf, um aufzustehen und zu ihm hinüber zu gehen. Vorsichtig fuhr sie ihm mit ihren Händen über den Rücken und schlang dann die Arme um ihn. Ihre Lippen suchten seinen Nacken und seine Wange und er begann zu lächeln. 

 

Ich fühle mich so lebendig, mit dir in meinem Bett.
“Beach House” von The Chainsmokers

Oh, darling of mine, where have you been?
I feel so alive with you in my bed
Oh, darling of mine, please don’t let go
Just tell me you feel this, tell me you know 

Sie lag in ihrem Bett und drehte sich zum geöffneten Fenster um. Draußen schien die Sonne und die weißen Vorhänge bewegten sich im lauen Windhauch. Sie schloss nochmal genussvoll die Augen und sah in die raschelnden Baumkronen der Bäume, die rund um ihre Terrasse standen. Da hört sie tapsende Schritte und musste lachen, als sich kurz darauf eine kühle Schnauze auf ihre Wange drückte. Sie schloss die Arme um ihre kleine Hündin und diese schmiegte ihr Köpfchen an ihre Brust.
Ruhig atmete sie nochmal ein und aus, genoss nochmal die Stille und sanfte Ruhe des Morgens und stand dann langsam auf. Freudig rannte ihr Hund schon raus auf die Terrasse, während sie mit einem dicken Pullover und barfuß nachkam. Langsam setzte sie sich auf die von der Sonne vorgewärmten Holzdielen ihrer Terrasse und begann ihre morgendlichen Dehnübungen zu machen. Dabei nahm sie jeden Sonnenstrahl und jedes Vogelgezwitscher in ihrem Inneren auf und ließ es sie ausfüllen bis sie das Gefühl hatte sie würde leuchten. Heller und heller. Bis das Strahlen über sie hinauswuchs und ihre ganzes Umfeld einnahmen. 

 

“St. James Ballroom” von Alice Francis

Welcome to St. James Ballroom

Sie trat aus ihrer Haustüre und sog die kühle Abendluft ein. Für einen Moment schloss sie kurz die Augen, konzentrierte sich auf die Musik in ihren Ohren und lief dann los. 

Er trat durch die Glastüre in den halb vollen Trainingssaal. Die Fenster waren geöffnet und die kühle Abendluft strich ihm um die Nase, als er auf das Parkett trat. 

Then you stepped into the room,
and then you grabbed my arm and pulled me keenly by your side,
in the middle of the ballroom’s dance floor,
then we were becoming real 

Ihre Haare wehten um ihr Gesicht, als der Wind ihre Wangen errötete und ihr Atem von der Anstrengung lauter wurde. Der dunkle Wald schien sie zu beschützen. Beschützen vor den Gedanken, die kamen und versuchten sie heimzusuchen. 

Seine Arme legte sich um sie, um sie zu begrüßen und er lächelte sie lieb an. Dann nahm er ihre Hand und führte sie in die Mitte des Saals. Sie legte ihre Hände an ihn und er begann sich mit ihr zur Musik durch den Saal zu bewegen. 

The girls were shakin’ their fans,
Guys doing the tap dance, moving their feet, wavin’ their hands 

Ihre Arme bewegten sich neben ihrem Körper im Takt. Ihre Schuhe hinterließen keinen Laut auf dem Asphalt. Ihre Muskeln spannten sich unter ihrer Haut bei jedem Schritt. In ihren Ohren lief die Musik. 

Seine Füße schienen im Takt über den Boden zu schweben. Seine Hände hielten sie fest und er tanzte und bewegte sich zu der Musik, während ihm nicht auffiel, wie er von den anderen gemustert wurde. 

And I don’t know what you do, I like everything ’bout you,
your smile, your face, your bod, your moves; how you tip and tap your shoes 

Ihr Gesicht schien ausdruckslos, als sie den letzten Berg ihrer Strecke hinauflief. Oben angekommen wanderte ihr Blick über den Horizont und in ihren glänzenden Augen spiegelten sich die Lichter der Stadt. 

Er hielt für eine Pose kurz inne. Sein Kopf bewegte sich leicht zu ihrem und sie legte für ein paar Sekunden ihren an seine Schulter. Ihre Gesichter waren nur Millimeter voneinander entfernt. Und wenn es nur für ein paar Sekunden war, wirkte es als wären sie mehr. In diesem Moment. 

and then kiss me at St. James Ballroom 

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