Nein, ich bin kein Model!

Gedanken

Nein, ich bin kein Model.
Ich bin Bloggerin.
Ich schreibe und das war alles was ich immer wollte.

Sie lehnte sich an die Mauer und lächelte ihr zu, als sie noch kurz etwas an ihrer Kamera einstellen musste. Die S-Bahn fuhr ein, Leute stiegen ein, stiegen aus. Im Augenwinkel sah sie die Blicke, sah sie wie sich die Menschen nach ihnen umdrehten, sah wie sie sich ein zweites Mal umdrehten.
Ein Lächeln umspielte ihre Lippen und der Gedanke kam immer wieder. Jeder sah von außen auf die Situation, aber kannte sie irgendjemand von diesen Fremden wirklich? Waren sie berechtigt hierüber zu urteilen?

Wenig später kam ihnen an der Treppe der Unterführung eine Gruppe von Jugendlichen entgegen, als sie gerade über die Schulter nach oben in die Kamera blickte.
Da hörte sie zum ersten Mal ironische Kommentare. „Ich
geb dir auch ein Like auf Instragram, Bitch!“, „Wenn man es so nötig hat.“, „Immer diese Möchte-Gern-Models.“ 

Ich war letzte Woche mit Vanessa , einer Freundin von Instagram und auch Fotografin, am Bahnhof in Stuttgart unterwegs. Wir hatten geplant ein etwas anderes Shooting zu machen. Es war auffälliger, provozierender. S-Bahnen sind eingefahren, Menschen stiegen aus, liefen an uns vorbei und sahen uns dabei an.
Aber für diese Menschen sind wir
doch eigentlich auch nur Fremde so wie sie für uns. Und dennoch hat man gesehen wie sie in ihren Köpfen urteilten. Viele Menschen haben geschaut, haben ein zweites Mal geschaut. Zwei S-Bahnen, die gleichzeitig einfuhren. Hinter den Scheiben Menschen. Ich kann von mir selbst sagen, dass ich mittlerweile etwas Routine in der Sache habe, aber so viele Menschen sind selbst für mich ungewohnt. Und natürlich kann ich mir vorstellen wie das für diese Fremden wirken muss. Dennoch stehen dahinter Personen mit einem Leben und mit eigenem Charakter. Das war worauf ich immer Wert gelegt habe. Und ich bin ehrlich, in letzter Zeit habe ich das selbst ein bisschen aus den Augen verloren. 

Ich stehe gerne vor der Kamera, weil es mir Spaß macht. Das hat nichts mit Selbstdarstellung oder Selbstverherrlichung zu tun. Ich selbst würde mich niemals als Model beschreiben. Das bin ich nicht und das will ich auch nicht sein. Ich habe mehr zu bieten wie ein hübsches Gesicht und einen sportlichen Körper. Ich bin Bloggerin. Ich liebe es zu schreiben und teile gerne Geschichten. Ich schreibe mit Seele, mit Gedanken, mit Charakter. Und dazu mache ich Fotos. Das war der Grund warum ich mich vor die Kamera gestellt habe. Kein anderer.
Normalerweise hatte ich einen Post und habe dazu Bilder gemacht. In letzter Zeit war es andersherum und auch wenn da draußen noch ganz viele Fotografen warten einen Termin bei mir zu bekommen – ich habe keine Lust mehr. Weil ich eben nicht reduziert werden will. Weil ich eben kein Model bin. Weil es ein Hobby oder ein Job ist, den ich niemals anstreben wollen würde und wollte.
Ich hatte in letzter Zeit das Gefühl den Fokus auf das Wesentliche verloren zu haben. Nämlich aufs Schreiben, Geschichten in meinen Kopf zum Leben zu erwecken.
Und wenn diese entstanden sind, gibt es nur einen den ich immer anrufe. Der jede Idee mit mir umsetzt. Der sich für alle die Fotos, die ich brauche, bereit erklärt. Weil er jeden Blogpost unterstützt  mich kennt, meine Seele und alles was dazu gehört. Er kennt meine wirkliche Schönheit. Hannes.
Und dafür bin ich unendlich dankbar. Und auch wenn er der Meinung ist, dass ich mehr daraus machen müsste, das ist nicht mein Weg.
Nein, es geht mir nicht um Likes. Nein, es geht mir nicht um Selbstverherrlichung.
Es geht um meine Seele. Um mich. Um meine Geschichten und mein Leben.

Nein, ich bin kein Model.
Nein, ich habe es nicht nötig.

Ich bin Bloggerin.
Ich schreibe.
Und das war alles was ich immer wollte. 

Fotos by Vanessa Peters

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