Musikgeschichten #23

Gedanken, Geschichten

Ich bewundere dich.
“Du bist” von Glasperlenspiel

Du bist der Teil, der mich ausmacht,
das Strahlen, das ich seh’, wenn ich aufwach’.
Du bist das, was wichtig ist,
kein Kompromiss, du bist alles oder nichts.
Denn du bist das, was bleibt, wenn alles andere zerbricht 

Vielleicht bin ich innerlich gerade eines der Mädchen, die dir damals zugejubelt haben und immer wollten, dass du ihnen ein kleines bisschen Aufmerksamkeit schenkst, mit ihnen befreundet bist.
Zumindest in dem Aspekt des Tanzens.

Ich bewundere deine Leidenschaft dafür. Ich bewundere deine Beständigkeit, dass du diesen Sport so lange gemacht hast und ihn verfolgt hast. Mit Zielen. Das bewundere ich.
Ich bewundere wie gut du darin warst – auch wenn du das nicht zugibst😉. Ich bewundere was allein die Tatsache mit dem Tanzen für eine  Geschichte über dich und deinen Charakter erzählt.
Das bewundere ich wie eines dieser Mädchen von damals, die vielleicht auf einem der Turniere standen und dich beobachtet haben.
Aber ich bewundere dich noch für so viel mehr.
Du hast deine eigene Meinung, vertrittst diese  höflich aber bestimmt. Das bewundere ich.
Du kannst stundenlang zuhören und dich aber an den richtigen Stellen im Gespräch beteiligen.
Ich bewundere deine Einstellungen zum Leben, deine Meinungen, die du von bestimmten Dingen hast. Ich bewundere wie unfassbar gefühlvoll du sein kannst, obwohl du gesagt hast, dass dir das nicht so leicht fällt.
Ich bewundere mit wie viel Respekt und Toleranz du mir und den anderen Menschen begegnest.
Ich bewundere deine innige und liebevolle Beziehung zu deiner Familie und deinen Freunden.
Ich bewundere dein Aussehen. Dass innerliche und das äußerliche. Wie es mich jedes Mal immer noch umhaut, wenn ich dich ansehe.
Ich bewundere deine Augen, deinen Blick, bei welchem ich das Gefühl habe, dass du nicht nur mein Gesicht sondern auch meine Seele sehen kannst.
Ich bewundere dein Wissen und das wofür du es einsetzt, was du arbeitest und dass du ehrgeizig bist daraus noch viel mehr zu machen.
Ich bewundere deine Bescheidenheit, obwohl du so viel Grund hättest, so viel mehr überzeugt von dir zu sein.
Ich bewundere wie viel Gemeinsamkeiten wir haben und wie viele wir noch entdecken. Wie viele wir gemeinsam aufdecken und uns jedes Mal darüber freuen.
Und das was ich am allermeisten bewundere – direkt nach dem Tanzen – ist deine Ruhe. Ich bewundere, dass ich dich nicht aus der Ruhe bringen kann. Und vielleicht ist das auch genau der Grund, dass du für mich bist was du für mich bist.
Nämlich so viel mehr. So viel mehr. 

 

Tanzpartner fürs Leben. Tanzpartner für immer.
“Nine million bicycles” von Katie Melua

There are nine-million bicycles in Beijing.
That’s a fact,
it’s a thing we can’t deny,
like the fact that I will love you ’til I die. 

Das Abendrot tauchte das große Wohnzimmer mit dem wunderschönen Parkettboden in ein märchenhaftes Licht und ihr Blick war ganz gefesselt von dem Lichtspiel, welches der Baum, vor ihrem Fenster, der sich im Wind wiegte, auf ihre Möbel warf.
Eine Berührung an ihrer Schulter, riss sie aus dem Anblick. Sie drehte sich vorsichtig um und blickte in sein liebevoll lächelndes Gesicht. Er hatte das Küchenmesser, mit welchem er gerade noch das Gemüse geschnitten hatte aus der Hand gelegt und hielt sie ihr nun auffordernd entgegen.
“Komm, lass uns tanzen.”
Sie begann zu lächeln und legte ihre Hand in seine. Da hörte sie, dass der Song gerade gewechselt hatte und eine wundervolle Ballade angefangen hatte zu spielen. Ihr Lieblingssong gerade in ihrer Playlist.
Er führte sie in die Mitte des Wohnzimmers und sie standen mitten im mystischen Abendlicht. Vorsichtig zog er sie an sich und sie legte ihren Kopf an seine Schulter während er langsam anfing den Grundschritt zu tanzen.
Sie drehten sich in dem großen Wohnzimmer im abendlichen Sonnenlicht zu ihrem Lieblingslied, während sie sich genießend an ihn schmiegte. Er gab ihr behutsam einen Kuss aufs Haar und streichelte mit der anderen Hand ihren Rücken.
Und es benötigte keine Worte, um zu sagen wie viel Gefühle zwischen ihnen war. Wie viel Liebe. 

We are twelve-billion light years from the edge.
that’s a guess,
no one can ever say it’s true,
but I know that I will always be with you. 

 

Und es schwebt immer über ihrem Kopf, in ihrem Kopf.
“Over my head” von Echosmith

You take the simplest thing and always complicate it.
Talking in circles, got me dizzy like a merry-go-round.
It shouldn’t be so hard to have a conversation it.
I’m sick of fighting with your ego, I wish you would admit.
Don’t know what you meant, it’s always over my head,
over my head, it’s so, over my head

Ihre Haare wurden ihr aus dem Gesicht geweht und sie sog die kalte Luft in ihre Lungen. Der gleichmäßige Rhythmus ihrer Schritte ließ sie innerlich ruhig werden. Sie lauschte der Musik in ihren Ohren und schaltete ihre Gedanken ab. Sie versuchte es zumindest.
Denn irgendwo da draußen waren so viele Menschen, die ihr im Kopf herumspuckten.
Aufgaben, die noch zu erledigen waren.
Irgendwo fühlte sie Sehnsucht, vermischt mit ein bisschen Schmerz und vielleicht auch Eifersucht?
Vorfreude auf das was vor ihr lag.
Sie pickte sich genau das heraus und lies dieses Gefühl in sich aufkeimen.
Sie befand sich an einem entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben und das war wundervoll so. Ihre Gefühle ließen sie glauben, dass jeden Tag alles möglich war. Und das war ein unfassbar befreiendes Gefühl. Ein Gefühl, welches sich in ihr ausdehnte, größer wurde und ihr ein Lachen ins Gesicht zauberte. Und kaum, dass sie ausgefüllt war mit all diesen guten Gedanken, diesem Gefühl und diesen wundervollen Träumen von der Zukunft, lief sie nochmal einen Takt schneller. Denn sie wollte rennen, sie wollte einfach nur laufen, um sich den ganzen Gefühle Luft zu machen. Und das war gut so. 

 

Menschen.Leben.
“Living dafur” von Mattafix

You shall rise.
And look towards the skies.
Where others fail you’ll prevail in time.
You shall rise.
You may never know if you lay low lay low. 

Sie stehen morgens auf und fangen an ihren alltäglichen Aufgaben nachzugehen. Vielleicht Termine zu haben. Vielleicht Erlebnisse zu erleben. Sie stehen jeden Morgen auf mit denselben Gefühlen, ob sie glücklich, traurig, fröhlich, gelangweilt oder gestresst sind. Jeden Tag aufs neue wechselt ihre Gefühlswelt je nachdem was gerade auf sie zukommt. Was sie erleben. Was sich ereignet und passiert. An manchen Tagen sehr wenig. An anderen Tagen dafür umso mehr.
Sie leben, genießen Momente und Augenblicke,  gehen aneinander vorbei, leben miteinander und vielleicht auch wieder getrennt. Sammeln neue Eindrücke, lernen jeden Tag dazu und verlieren sich vielleicht auch irgendwo auf dem Weg.
Erinnerungen werden festgehalten. In Bild, in Wort, in Ton. Touchieren andere. Verfallen in fremde Verbundenheit und wissen manchmal nicht mehr hinaus.
Menschen.
Sie stehen morgens auf und fangen an ihre Seele zu verstecken. Hinter Gefühlen, Worten und Verstand. Hinter Kleider, Masken und Fassaden. Hinter Fotos, anonymen Accounts, visuellen Spielen oder Videos.
Und weil das alle so machen laufen wir doch einfach nur mit. Leben wie jeder andere auch mit und in unserer eigenen kleinen Welt, die wir uns zurecht schauspielern, um niemals zuzugeben wer wir wirklich sind. 

 

Als sie sich sahen, in diese Atmosphäre eintauchten und sich fallen ließen… in den Moment.
“Latch” von Discoclure feat. Sam Smith

I feel we’re close enough
I wanna lock in your love
I think we’re close enough
Could I lock in your love, baby? 

Durch die Menschenmassen auf dem Festival entdeckte sie sein Gesicht. Niemals hätte sie geglaubt ihn hier zu treffen. Es war schon eine Weile her, als sie sich das letzte Mal gesehen hatten. Sein gutes Aussehen raubte ihr nach wie vor den Atem. Er lächelte sie lieb an, als er sie entdeckte. Das war er auch schon immer gewesen, lieb und unfassbar sympathisch. Sie hatten beide denselben Humor gehabt und hatten über so viele Sachen sprechen können. Damals hatte sie ein anderer Grund ab einem bestimmten Moment inne halten lassen.
Doch dieser Grund von damals, den gab es nicht mehr. Er hatte sich von heute auf morgen in Luft aufgelöst. Ab dem Moment, als sie sich nicht mehr begegnet waren und genau das hatte sie so sehr bereut.
Er kam durch die Menge auf sie zu und lächelte sie offen und ehrlich an. Ihr Herz schlug hörer und sie hielt den Atem an. Die Musik um sie herum drang nur noch wie durch Watte an ihre Ohren. Die Menschen bewegten sich wie in Zeitlupe und das Funkeln und Glitzern der Sonne in den Farben der Kleidung der Menschen um sie herum ließ den Nachmittag magisch wirken. Als er bei ihr ankam begrüßte sie ihn mit einem Lächeln und sein freundliches Gesicht betrachtete sie fasziniert.
Um sie herum tobte das Festival, die Menge pulsierte und doch war es als wären sie allein auf diesem Platz.
Sie sah ihn an und auch er sah sie jetzt lange und intensiv an. Ohne ein einziges Wort legte er seine Hand in ihren Nacken und zog sie vorsichtig an sich. Kurz bevor sich ihre Lippen berührten hielt er inne und sah ihr nochmal für einen kurzen Moment in die Augen. War es eine Frage? Sie schloss die Augen, nahm seinen Geruch und seinen Atem auf ihrer Haut intensiv wahr, legte vorsichtig ihre Hände an seine Hüfte und spürte seinen Körper an ihrem. Da legte er sanft, fast schon federleicht seine Lippen auf ihre und es fühlte sich an, als würde sie nach Monaten des Wartens endlich wieder atmen können. Endlich wieder lebendig werden können. Endlich wieder leben können. 

Now I got you in my space
I won’t let go of you
Got you shackled in my embrace
I’m latching on to you 

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