Musikgeschichten #22

Gedanken, Geschichten

Entscheidungen – decisions
“Meant to be” von Arc North

And how will we ever see
If we are meant to be
That we are meant to be 

Entscheidungen. Wir treffen sie jeden Tag. Millionenmal. Schon mit dem Aufstehen. Dann mit der Wahl der Kleider. Und dann mit der Wahl des Frühstücks. Unbewusst schon. Nicht wahrnehmend. Dann gibt es da die kurzen, die leichten, die schnellen, die spontanen Entscheidungen. Entscheidungen, die du bewusst aber dennoch ohne großes Nachdenken triffst.
Schwierige Entscheidungen, Entscheidungen, über die du länger nachdenken musst.

Entscheidungen, die andere Personen über dich treffen. Entscheidungen, die du über andere Personen triffst. Entscheidungen, die du für andere Personen triffst. Die Entscheidung sie anzunehmen, vielleicht sogar ganz in dein Leben zu lassen. Die Entscheidungen ihnen zu vertrauen.
Entscheidungen, von denen wir abhängig sind. Entscheidungen, die andere Personen treffen, die eine große Rolle in deinem Leben spielen, von denen du abhängig bist.
Entscheidungen, die du gerne treffen würdest, aber nicht berechtigt dazu bist.
Entscheidungen deren Ausmaß du nicht abschätzen kannst.
Entscheidungen, die du später bereust.
Entscheidungen, die dein Leben verändern werden.
Entscheidungen, die das Leben anderer verändern können.
Entscheidungen, die dich glücklich machen. Dich mit Freude erfüllen.
Vorwurfsvolle Entscheidungen, anmaßende Entscheidungen, lachende Entscheidungen, langwierige Entscheidungen, schmerzvolle Entscheidungen, liebende Entscheidungen, weinende Entscheidungen, grinsende Entscheidungen.
Abweisende Entscheidungen.
Wir treffen sie jeden Tag.
Manche brauchen länger. Manche gehen schnell.
Und bei manchen will man sie überhaupt nicht erst treffen.
Aber eins ist ganz sicher. Wir müssen sie treffen. Und wir werden sie treffen. 

Du hast deine Entscheidung getroffen.
Eine abweisende Entscheidung.
Eine schmerzvolle Entscheidung. 

 

Und jedes mal raubst du mir den Atem…
“Stay a while” von Dimitri Vegas & Like Mike

I want you by my side
I hope you never leave
I’ll just keep holding on
I’ll just be all you need
This life is all we know
 

Die Menschenmasse drängte sich im Club. Überall Gesichter, tanzende Körper. Musik, die den ganzen Club beben ließ. Der Beat, der sich in die Köpfe der jungen Menschen setzte und sie wie hypnotisiert ihre Körper bewegen ließ. Lichter, die Gesichter nur schemenhaft und teilweise strahlend hell beleuchteten. Verschiedene Farben ließ die Menschenmasse manchmal unwirklich und gespenstisch wirken. Hier, in diesem Club, hatte man das Gefühl die Welt würde stehen bleiben. Als würde man sich auf einer Zeitreise in eine andere Welt befinden. Jedes Mal aufs Neue wurde sie von der Magie in den Bann gezogen und war fasziniert von der Ausstrahlung der Menschen.
Und zwischen all den Lichtern und der Musik und den Menschen stand plötzlich er. Sie hatte das Gefühl sein Gesicht würde sich von der Masse deutlich abheben. Er strahlte etwas aus, was sie sofort faszinierte. Dieser Blick, mit welchem er sie betrachtete. Sein sanftes Lächeln. Und diese wahnsinnige Schönheit. Vorsichtig legte er seine Hand an ihre Wange und küsste sie sanft. Jedes Mal raubte es ihr immer noch den Atem ihn zu sehen. Ihn wahrzunehmen. Obwohl er mit ihr hier war. Obwohl er mit ihr war. Obwohl er einfach schon zu ihr gehörte. Und dennoch musste sie jedes Mal inne halten, wenn sie ihn betrachtete. Er hatte es tatsächlich mal wieder geschafft sie völlig in seinen Bann zu ziehen. Das passierte ihr immer noch so oft. Sie musste anfangen zu lächeln, als ihr die Tatsache mal wieder bewusst wurde. 

 

Verschiedene Orte, verschiedene Seelen, verschiedene Bewegungen.
Und doch alles vereint in einer Leidenschaft.
“An und für dich” von Antje Schomake

Wir laufen Umwege,
um uns zu begegnen.
Wir sehen uns und
bleiben trotzdem stumm.
Wir hören den gleichen Regen,
in einem anderen Leben.
Ich sehe dich,
ich hab nur deine Nähe nicht.

Er stieg aus der U-Bahn, zog sich die Kapuze über den Kopf und ging mit eingezogenem Kopf durch den Regen. Es war bereits dunkel und der verlaubte Weg zwischen einer Allee hindurch, wurde spärlich beschienen von ein paar Straßenlaternen.
Sein Ziel war ein großes Gebäude nicht weit von der U-Bahn-Station entfernt, welches zu leuchten schien, da durch die großen Fenster das Licht auf die Straße geworfen wurde. Im Inneren konnte man in großen Räumen verschiedene Menschen ausmachen.
Er war am Haupteingang angekommen und öffnete die Tür. Im Flur wurde er bereits erwartet und ein breites Grinsen legte sich auf sein Gesicht als er ihre lächelnde Augen sehen konnte. 

Sie suchte auf dem großen Parkplatz vor dem Gebäude, welches ihr Navi als Ziel anzeigte, nach einer passenden Lücke für ihr Auto. Schon nach kurzer Zeit wurde sie fündig und parkte fast vor dem Eingang. Sie schaltete ihr Handy aus und begutachtete dann argwöhnisch den Regen, der kontinuierlich auf die Scheiben des Autos prasselte. Es half alles nichts. Die Tür war ja nicht weit weg. Also nahm sie ihre Tasche vom Beifahrersitz und stieg aus dem Auto. Am Eingang wartete schon ein junger Mann, der sie anlächelte, als sie auf ihn zuging. Sie begrüßten sich kurz, er sagte etwas, sie lachte und gemeinsam gingen sie in das Gebäude. 

Vier Leben. Vier Seelen. Zwei Begegnungen. Zwei Orte. Eine Leidenschaft.
“Atme alles ein und sag mir wohin uns die Zukunft bringen wird.”
“Ans Ziel. Immer ans Ziel.” 

 

Und sie hatte ein Gefühl wie Schmetterlinge im Bauch…
“Fallin for you” von Colbie Caillat

Just thinking about ya
I don’t know what to do
I think I’m fallin’ for you
I’ve been waiting all my life
And now I found ya
I don’t know what to do
I think I’m fallin’ for you
I’m fallin’ for you
Oh I just can’t take it 

Und irgendwie war Ruhe im Auto. Draußen flogen die Lichter vorbei und die Musik ließ es wirken als wäre es nicht still, doch es fühlte sich so an. Sie war nicht erdrückend, oder beklemmend. Nein es war eine sehr gute Stille. Eine Stille, die sie umschloss und dann mit ihrer Zartheit bedeckte. Plötzlich wurde sie ruhig. Aber irgendwie wurde ihr erst jetzt bewusst, dass sie die ganze Zeit aufgeregt gewesen war. Und jetzt, da es ihr aufgefallen war, gefiel ihr das sogar. Wann war sie denn das letztes Mal so glücklich und aufgeregt gewesen? Sie wusste es schon nicht mehr. Sie spürte ihn neben sich, nahm die leisen Töne der Musik wieder wahr und hörte auf ihr nun ruhiges Herz und Bauchgefühl. Und da fühlte sie wie richtig und gut sich das anfühlte und es begann sich ein leichtes Lächeln auf ihre Lippen zu legen. 

 

Du hast so viel Macht über mich, denn meine Gefühle für dich scheinen mich zu beherrschen.
“Power over me” von Dermot Kennedy

You’ve got that power over me,
everything I hold dear resides in those eyes.
You’ve got that power over me,
the only one I know, the only one on my mind.
You’ve got that power over me.

Ich sah ihm in die Augen. Er hatte wunderschöne Augen. Sie strahlten genau das aus, was ich in diesem Moment fühlte. Wärme, Verständnis und sehr viel Liebe. Er strich mit seiner Hand sanft über meine Wange. Seine Hand war warm und weich. „Ich habe mir das so oft gewünscht.“, flüsterte er. Mir traten die Tränen in die Augen.
„Ich hätte nie gedacht, dass das passieren könnte. Du bist so lieb zu mir. Womit habe ich das verdient?“
Er schüttelte sachte seinen Kopf und legte mir behutsam seinen Zeigefinger auf die Lippen.
„Das darfst du nicht sagen, okay?“
Ich wollte meinen Mund schon wieder aufmachen und etwas sagen, doch er sah mich so eindringlich an, dass ich es schwieg. Ich schaute ihm weiter in seine wundervollen Augen. Da kam er langsam näher. Unsere Gesichter waren schon sehr nah gewesen, doch jetzt kam er noch näher. Kurz bevor er meine Lippen berührte, hielt er inne. Langsam schloss ich meine Augen, um das Ganze auf mich wirken zu lassen. Das Gefühl, dass mich durchfuhr, war schöner als ich mir je hätte erträumen können. Mir kam es vor wie Stunden in denen wir so dastanden. Und dann machte er den letzten Schritt und küsste mich. Seine warmen weichen Lippen berührten meine wie Blütenblätter, die über meine Haut strichen. Dieses Gefühl, dass dich jemand, der dich liebt, so berührt, raubte mir fast den Atem. Ich wollte, dass es nie vorbei ging. 

Eine kleine Story, die ich mit 15 Jahren geschrieben habe – also schon vor einigen Jahren🙈 

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