Musikgeschichten #16

Gedanken, Geschichten

Für wen hältst du dich eigentlich?
„Durchsichtig“ von Madeline Juno

Kann es sein? Schau mir ins Gesicht.
Siehst du mich oder bin ich für dich durchsichtig?
Muss ich erst gehen, damit du merkst, dass ich fehl‘?
Ich brauch‘ nur ein Signal von dir, damit ich weiß, wo ich steh‘.
Verrenn‘ mich in allem, was ich nicht bin.

Verbieg‘ mich, nur für dich.
Schau mir ins Gesicht.
Siehst du mich oder bin ich für dich durchsichtig?

Und wieder hast du etwas falsch gemacht.
Und wieder wirst du korrigiert.
Und wieder fühlst du dich dumm und nutzlos.
Und wieder bist du allein.
Allein gelassen von ihm.
Denn er findet dich dumm,
hält dich für zu blöd,
erwartet, dass du ihm hinterherläufst,
dass du tust was er gerne hätte.
Was bist du für ihn?
Nichts.
Weniger als nichts, denn wieviel Aufmerksamkeit schenkt man nichts?
Nicht einmal einen Wimpernschlag.
Er würde nicht mal merken wenn das Nichts fehlt, denn dann würde nämlich alles mal laufen…
Keine Fehler mehr die er korrigieren müsste… Niemand mehr den er schlechter machen müsste wie sich selbst…

Ein kleiner Einblick in einen Lebensabschnitt auf den ich nicht stolz bin aber daraus mehr gelernt habe und daran gewachsen bin als je zuvor.

 

Weil du mir weh getan hast und dann angefangen hast meine Sprache zu sprechen…
„Playlist“ von Jonas Monar

Und wenn du mich fragst, ob alles okay ist,
zeig ich dir diesen einen Song in meiner Playlist.
Komm‘ lass uns heut nicht drüber reden,
du weißt doch längst schon wie’s mir geht
und wenn du mich fragst, ob alles okay ist,
zeig ich dir diesen einen Song in meiner Playlist.

Akzeptiere mich,
Respektiere mich,
nimm mich wie ich bin,
tu mir nicht weh,
liebe mich,
sei nett zu mir,
behandle mich gut,
vergleiche mich nicht,
ignoriere mich nicht,
verletze mich nicht,
vergiss mich nicht…

 

Sie war eines der Mädchen…
„She sets the city on fire“ von Gavin DeGraw

Everybody knows she’s a perfect ten
Cause New York sky don’t get much brighter
she sets the city on fire
Burns like a million lighters
I’m going up, I couldn’t get much higher
she sets the city on fire

Sie war eines der Mädchen, die morgens aus dem Haus ging und selbst die Katze des Nachbarn, die sich gerade vom nächtlichen Rundgang zurück ins Haus schleichen wollte, innehielt und ihre Schönheit bewunderte.
Sie war eines der Mädchen, welches niemals einen Bad-Hair-Day hatte.
Sie war eines der Mädchen, die selbst in den schlimmsten Klamotten unfassbar schön aussah.
Sie war eines der Mädchen, die einen Raum betrat und unbewusst alle Blicke der Männer und der Frauen auf sich zog.
Sie war eines der Mädchen, die mit einem Lächeln alles bekommen konnte.
Sie war eines der Mädchen, bei der jeder dachte, dass ihr der Reichtum die Klugheit und die Schönheit angeboren waren.
Sie war eines der Mädchen, die beneidet wurde und zwar immer.
Sie war eines der Mädchen, bei welchem sich die Männer nie länger aufhielten, denn keiner sah sie sich ihr gewachsen.
Sie war aber auch eines der Mädchen, welches sich nachts vor Einsamkeit in den Schlaf weinte.
Denn sie war eines der Mädchen, die jeder auf eine Bühne hob oder auf ein Podest stellte, welches sie sich niemals selbst bauen würde.
Doch sie war eines der Mädchen, die sich ihrem Schicksal hingeben mussten.
Denn keiner und niemand würde aufhören nach dem äußeren zu urteilen.
Und so blieb sie das einsame, wunderschöne unantastbar Mädchen.

 

Für dich, weil ich weiß, dass du irgendwo da draußen auf mich wartest.
„Beautiful Soul“ von Jesse McCartney

I know that you are something special
To you I’d be always faithful
I want to be what you always needed
Then I hope you’ll see the heart in me
I don’t want another pretty face
I don’t want just anyone to hold
I don’t want my love to go to waste
I want you and your beautiful soul

Deine Stille ist wie kleine Tropfen auf meiner Haut, sie rinnen sanft an meinem Körper hinab und beruhigen mich bis tief ins Innere…
Dein Schweigen mit welchem du die Stille füllst, enthält so viel Liebe und Zuneigung und lässt die Tröpfchen verweilen auf meiner Haut.
Sie dringen tiefer, bis sie in meiner Seele angekommen sind und ich dich auf meiner Blumenwiese begrüße…
An unserem Ort an welchem wir sind was wir sind…
An dem die Zeit ebenfalls anfängt zu schweigen und uns mitnimmt in eine Ewigkeit, die wir nicht mehr verlassen…

 

Heute war ein besonderer Tag für mich. Warum war euer Tag heute Besonders?
„Elektrisches Gefühl“ von Juli

Elektrisches Gefühl
ich bin völlig schwerelos
Elektrisches Gefühl
wie beim ersten Atemzug
und die Stimme dir mir sagt
heute wird ein guter Tag
heute wird ein guter Tag

Irgendwo da draußen hat heute eine Mutter ihr Baby zur Welt gebracht.
Irgendwo da draußen haben sich heute zwei Menschen, die den Rest ihres Lebens miteinander verbringen, zum ersten Mal gesehen.
Irgendwo da draußen hat heute ein Enkel seine geliebte Oma verloren.
Irgendwo da draußen hat eine beste Freundin ihrem besten Freund eine Freude gemacht.
Irgendwo da draußen hat ein Ehemann seine Ehefrau und seine Kinder verlassen.
Irgendwo da draußen ist heute jemand umgezogen und hat einen neuen Lebensabschnitt begonnen.
Irgendwo da draußen hatte jemand heute ein Bewerbungsgespräch.
Und irgendwo da draußen haben heute zwei Menschen geheiratet.
Und irgendwo da draußen hat heute ein Mädchen ihre Prüfungen bestanden.
Das war ich. Und dieser eine Mensch unter diesen Milliarden da draußen freut sich riesig über diesen Erfolg.
Heute war ein Tag wie jeder andere auch.
Doch für manche Menschen war dieser Tag heute etwas Besonderes. Vielleicht war er traurig, vielleicht aber auch wunderschön.
Jeder Tag sollte etwas Besonderes sein.
Also lasst uns kurz nachdenken und etwas Schönes finden was heute passiert ist.
Heute war ein guter Tag für mich.

 

Dieser eine Moment, der dich nicht mehr schlafen lässt.
„Zusammen im Kreis“ von Chapeau Claque

Dreh dich Liebster, dreh dich schneller
Dreh dich ganz zu mir, du weißt
Die Zeit, die uns noch bleibt, ist endlich
Drehen wir uns so lang sie reicht
Solange unser Herz noch schlägt
Solang die Liebe uns noch trägt
Dreh dich ganz zu mir
Ich will dich sehen

Seine Hände tasteten sie vorsichtig einen Weg um ihre Taille. Jede Berührung nahm sie bis ins Detail wahr. Wo seine Finger ihren Körper berührten. Wann er sie fester und bestimmter an sich zog. Und dennoch vorsichtig, wie eine Frage. Sie lächelte und kam ihm langsam entgegen bis sie eng aneinander standen.
Sie konnte seinen kompletten Körper an ihrem spüren, jede kleine Berührungen nahm sie vertraut und zärtlich an. Dieses Gefühl ließ ihr Herz anfangen schneller zu schlagen und sie legte ihre Hände um seinen Hals, damit das Gefühl nicht so schnell aufhörte. Sie wollte es intensiver fühlen. Wollte es inhalieren. In ihre Seele und ihr Herz.
Und dann nahm sie nur noch ihn wahr.
Sein Geruch. Seine vorsichtigen, liebevollen Berührungen seiner Hände auf ihrem Rücken, die sie hielten.
Die Bewegung seines Körpers im Einklang mit ihrem. Seine breiten muskulösen Schultern unter ihren Händen.
Es fühlte sich endlos an. Dieser Moment. Dieser Augenblick. Endlos im Gefühl. Im Spüren. Verloren in ihrer Seele und ihrem Herz.
Sie schloss die Augen. Legte ihre Kopf behutsam auf seine Brust. Ihre Lippen berührten dabei sanft seinen Hals. Er legte seine Hand in ihren Nacken und zog sie näher an sich.
Respektvoll. Beschützend. Behutsam.
Sie drehten sich im Kreis. Eng umschlungen. Zusammen. Fühlend. Atmend.
Und in diesem Moment schien alles perfekt.
Für diesen Augenblick.

 

Genieße es, wenn du etwas erreicht hast. Denn du kannst stolz auf dich sein und du hast es verdient.
„Happy“ von Pharell Williams

Because I’m happy
Clap along if you feel like a room without a roof
Because I’m happy
Clap along if you feel like happiness is the truth

Sie ließ sich lachend auf ihr Sofa fallen.
„Warum bist du denn so glücklich?“, hatte er sie vorher gefragt, als sie ihm aufgeregt umherhüpfend von tausend verschiedenen Sachen erzählt hatte, die sie machen wollte und getan hatte und was alles passiert ist. Sie war übergesprudelt von Ideen und Lebensfreude.
Sie hatte ein wundervolles Wochenende gehabt. Mit wenig Schlaf, dafür mit umso mehr Momenten, die sie mal wieder nie vergessen würde.
Momentesammlerin. Denn unser Leben ist eine Summe von Momenten.
Augenblicke.
Und der Augenblick, als sie mitten im Club stand, mit ihrer Freundin auf die gute Musik angestoßen hatte und es still war in ihrem Kopf, war unbeschreiblich gewesen.
Kein, du solltest aber eigentlich am Schreibtisch sitzen. Kein, genieß es nicht zu sehr, morgen solltest du lernen. Kein, du hast heute definitiv zu wenig getan, warum bist du feiern gegangen? Keine Stimme, die ihr laufend versuchte ein schlechtes Gewissen zu machen.
Nein. Es war Stille. Lange anhaltende Stille.
Und das war unfassbar gut. Das tat unfassbar gut. Und das lebte sie.
In jeder Minute hatte sie dieses Wochenende ohne Teufel im Hinterkopf genossen.
Und das hatte sich wundervoll angefühlt.

Jeder von uns hat das bestimmt schon durch. Und ihr könnt alle stolz auf euch sein, wenns vorbei ist. Und es genießen. Ich tue das. Und es ist wirklich wahnsinnig toll😊

Foto by J.H. Artworks

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