Jahresrückblick 2017/2018

Gedanken

Als ich letztes Jahr kurz vor Silvester den Jahresrückblick 2017 geschrieben haben war ich am Boden. Irgendwie hat mich das Jahr 2017 sehr erschüttert und zu diesem Zeitpunkt war ich zutiefst verletzt und mitgenommen von den Strapazen des Jahres.
Damals war mein Blog noch nicht online, deswegen will ich diesen Jahresrückblick 2017 heute mit euch teilen. Und natürlich den Jahresrückblick für 2018. Und was sich in einem Jahr alles verändert hat.

Das Jahr 2017

Die sozialen Medien sind voll damit. Jahresrückblicke. Ich hatte noch nie das Gefühl so viel schreiben zu können, um einen Jahresrückblick zusammen zu bekommen. In meinem Leben ist bis jetzt auch nichts passiert, um einen Jahresrückblick Wert zu sein. Doch dieses Jahr war ein schlechtes Jahr. Dieses Jahr ist so viel passiert, als hätte mein Leben gemeint, du hast 22 Jahre nichts erlebt, komm, wir packen diese 22 Jahre in ein Jahr und lassen dort alles passieren was du verpasst hast.
Dieses Jahr war kein gutes Jahr.
Es war ein sehr schlechtes Jahr.
Ja, ich habe viel erlebt. Ich denke viel zu viel. Ich denke es hat mich überfordert, zu sehr verletzt und viel zu stark verändert.

Ein Freund meinte mal, dass ich keinen roten Faden habe. Einen roten Faden, der meine Meinung verkörpert, der mich weiterbringt, der einfach verkörpert was ich bin. Er hatte Recht. Ich hatte diesen einmal. Doch dieses Jahr hat so sehr an mir und meiner Kompromissbereitschaft in Bezug auf mein persönliches Ich gerüttelt, dass ich am Ende diesen Jahres davor stehe und nicht mehr weiß wer ich bin.
Vor allem aber weiß ich, dass ich viele unglaublich nette, sympathische und lustige Leute kennen gelernt habe, aber dennoch am Ende des Jahres und meines Ichs allein da stehe.

Dieses Jahr war das Jahr der Enden.
Mein persönliches Ende in Bezug auf meine bisherige Zukunftsplanung.
Ein Ende von geliebten Tieren. Abschied.
Vielleicht hat mich das auch zu sehr erschüttert.

Dieses Jahr war das Jahr der Anfänge.
Es gab viele gute Anfänge, die im bösen geendet haben.
Viele Freundschaften, eine neue Beziehung. Alles zu Ende.
Das Jahr der schnellen Anfänge, der großen Erfahrungen und bösen Enden.

Ich habe mit meiner Art und meinem Charakterwechsel und Unbeständigkeit vielen Leuten weh getan. Mich haben viele Menschen aufgefangen. Ich hatte noch nie so viel mit so vielen Menschen zu tun.
Am Schluss bleiben immer die, die es Ernst mit dir meinen.
Und wenn ich allein dastehe heute, dann weiß ich, dass ich von diesen Menschen gelernt habe, aber dennoch keine tiefere Freundschaft daraus ziehen konnte.

Dieses Jahr war das Jahr der Krankheiten.
Ich war in meinem Leben noch nie so oft krank wie in diesem Jahr. Man kann 22 Jahre zusammenfassen und die Anzahl an der ich krank war nehmen und sie in dieses Jahr reinstecken. Vielleicht gerade weil bei mir persönlich nicht alles gut lief war ich auch anfälliger.

Weihnachten dieses Jahr war trist und einsam. Ich hatte 40 Grad Fieber und lag im Bett.

Silvester dieses Jahr wird einsam.
Ich werde mit meinem Hund im Schoß alleine sein. Auf meinem Sofa mit „Dinner for One“ und den unendlichen Geburtstag von Sophie anschauen.
Aber genau das ist gut so. Dieses Jahr soll genauso enden.

Für das neue Jahr habe ich große Pläne.Ich habe viel vor und ich will alles ändern.
Dieser ewige Spruch, nächstes Jahr wird alles besser, ist so abgedroschen und ich will diesen eigentlich nicht verwenden, aber dieses Jahr spüre ich das einfach.

Nächstes Jahr wird alles besser.
Um die guten Dinge, die in diesem Jahr passiert sind noch festzuhalten,
Ich habe einen Neubeginn gewagt.
Ich habe meine Talente neu entdeckt.
Ich habe meine Fortbildung in Angriff genommen.
Ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe mich hinters Steuer gesetzt und das bis jetzt mit gutem Talent.
Ich bin zwei Dingen immer treu geblieben. Ich trinke nicht und ich esse kein Fleisch.
Ich habe den Hund zu mir geholt.
Ich habe dich kennen gelernt.
Ich habe dich kennen gelernt, der mich in der schwersten Zeit meines Lebens gerettet hat und das werde ich dir nie vergessen, egal wie das mit uns zwei weitergeht. Danke Alex.
Ich habe dich kennen gelernt, der das Talent hat mich so darzustellen wie ich wirklich bin, der meine Talente gesehen und gefördert hat, der mich unterstützt hat, zu zeigen was ich kann. Danke Hannes.
Ich habe dich kennen gelernt, der mich unterstützt hat in jeder Sekunde mit meinem Hund, der mich ermutigt und an mich geglaubt hat. Danke Stefan.

Das Jahr 2018

Ein weiterer Jahresrückblick. Dieses Mal gefasster. Lebendiger. Freundlicher und viel glücklicher.
Ich beginne mit einer kleinen Geschichte wie es sich für das Geschichtenmädchen natürlich auch gehört.

Vor ein paar Tagen saß ich mit meinem besten Freund in meinem Wohnzimmer und wir haben das Spiel „Vertelli“, was ich für meine Familie zu Weihnachten, also Heiligabend, bestellt hatte, ausgetestet.
Uns hat es beiden unglaublich viel Spaß gemacht und wir wussten auch ziemlich viel über den anderen was die Sache noch interessanter gemacht hat.

Und dann zog ich diese Karte:

Bewerte dein letztes Jahr auf einer Skala von 1 bis 10. Behalte die Antwort für dich. Rate wie dein Gegenüber sein Jahr bewertet hat.

Also bewertete ich mein Jahr und ließ dann meinen besten Freund raten bzw. mein Jahr bewerten. Seine Bewertung für mein Jahr war eine 6. Ich stutzte in diesem Moment. Denn ich hatte für mich selbst eine Bewertung von 8 getroffen.
Also fragte ich ihn.
„Warum 6?“
Und seine Antwort war – sinngemäß – „Du hast dieses Jahr eine große Entwicklung gemacht. Du bewertest dein Jahr auf 8, weil du die Entwicklung und die Erfahrungen siehst und das was du dadurch geworden bist und jetzt verkörperst. Ich aber habe den Weg gesehen. Denn der Weg war im letzten Jahr nicht einfach für dich und hat – auch wenn du das vielleicht jetzt nicht mehr so extrem siehst – viel Schmerzen und Rückschläge für dich bereit gehalten. Es war für dich ein steiniger Weg dorthin zu kommen wo du jetzt bist. Natürlich kannst du umso stolzer auf dich sein. Aber ich habe die Schmerzen und die Steine gesehen und deswegen eine 6. Denn es war nicht einfach für dich.“
Eine wundervolle Antwort und als ich sie mir angehört hatte, wurde mir bewusst, dass er Recht hatte.

Am Anfang des Jahres 2018 ging es mir sehr schlecht. Und mich von der Person zu lösen, die mir das Leben schwer gemacht hat, hat nochmal fast fünf Monate gedauert. In den fünf Monaten habe ich mich selbst noch mehr verloren, wie am Ende des Jahres 2017. Ich war und bin ein lebenslustiger Mensch. In der Zeit habe ich auch viele witzige und tolle Sachen erlebt. Ich habe tolle und spaßige Zeiten mit vielen lieben Menschen gehabt. Das will ich natürlich auch betonen. Aber ich hätte – natürlich im Nachhinein betrachtet – diese Zeit, die für mich persönlich wirklich nur schlecht war, früher beenden sollen. Doch ab dem Moment, als es endlich ein Ende hatte, ging es nur noch bergauf. Bis jetzt. Ich habe mich dieses Jahr selbst gefunden. Mit Hilfestellung von vielen lieben Menschen in meinem Umfeld. Aber vor allem habe ich es selbst geschafft. Ich habe gelernt allein klar zu kommen. Ich habe gelernt allein sein zu können. Ich habe mich selbst gefunden und somit das Glück und die Freude im und am Leben. In mein Leben. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl am Ende von 2018 dastehen zu können und zu sagen, seht her, ich bin hier, mir geht es gut. Ich bin ich.
Ich habe in meinem Leben in einem Jahr viel geändert.
Ich bin umgezogen.
Ich habe meinen Geprüften Rechtsfachwirt erfolgreich abgeschlossen.
Ich habe meine Lebenseinstellung geändert und fühle mich mit dem neuen nachhaltigen und minimalistischen Denken wie neu geboren un endlich irgendwo angekommen.
Und ich habe mein verletztes Herz repariert. Ich schreibe und lebe und philosophiere und das tut mir gut.
Ich habe mein erstes Buch angefangen.
Und…
… ich habe soooo viele nette und unglaublich tolle Menschen kennen gelernt. Die mich fasziniert und inspiriert haben. Das ist einfach wundervoll. Über jede neue Bekanntschaft bin ich einfach so glücklich.
Ich habe 2018 so viel erlebt. Ich habe gelernt viel zu erleben. Ich habe gelernt unterwegs zu sein. Ich habe gelernt ruhiger und stiller zu sein. Achtsamer auf die Kleinigkeiten im Leben. Ich habe gelernt dankbarer zu sein. Ich habe gelernt viel unternehmen zu können. Raus zu gehen und die Welt zu genießen genauso wie sie sich einem bietet. Genau das habe ich gelernt und der Person, die mir das am deutlichsten gezeigt hat, danke ich am meisten. Vielen Dank dafür.

Und dann ist da noch mein bester Freund.
Wir kennen uns jetzt seit über einem Jahr, haben gute und schlechte Zeiten durchgemacht und ich bin dir einfach nur dankbar Alex. Für alles. Und das wollte ich nochmal sagen. Danke.

Und dann ist da noch meine beste Freundin.
Danke, dass wir dieses Jahr ein bisschen zu uns gefunden haben, ein bisschen mehr zueinander und aufeinander zugegangen, miteinander gelebt, gelacht und geweint haben. Jule, du bist einfach der beste und schönste Stern an meinem Freundeshimmel, weil ich weiß, dass du immer,wirklich IMMER für mich da sein wirst. Danke.

Und dann ist da noch Hannes.
Dir bin dankbar, dass du nie aufgehört hast an mich und meine Talente zu glauben. Dass du nie aufgehört hast mich zu unterstützen, auch wenn wir wirklich schlechte Zeiten hinter uns haben. Aber schau uns an, wo stehen wir jetzt? Am Ende eines Jahres und am Ende einer wundervollen Foto-Geschichte. Ich danke dir für jedes einzelne Bild. Durch dich hat dieser Blog an Farbe und Aussagekraft gewonnen. Danke.

Und dann ist da noch Klara.
Auch wenn du dich vielleicht nicht in dieser Liste siehst. Ich dich dafür umso mehr. Denn du hast dieses Jahr auch zu etwas Besonderem für mich gemacht. Jedes Mal wenn wir uns sehen bist du so dankbar und glücklich und das steckt an. Du bist in diesem Jahr zu einer sehr guten Freundin von mir geworden und dafür danke ich dir.

Und dann – das Beste kommt zum Schluss – ist da meine Familie.
Ihr seid immer für mich da gewesen. Ihr seid die Anlaufstelle, wenn gar nichts mehr ging. Ihr seid mein Zuhause. Und soviel Dankbarkeit dafür kann ein Mensch glaube ich überhaupt nicht empfinden.

Ihr lieben Menschen habt mir im Jahr 2018 zur Seite gestanden. Ihr habt es zu dem Jahr gemacht, welches es für mich war. Ihr habt mich mitunter zu dem gemacht, was ich jetzt bin. Und dafür bin ich einfach nur dankbar.

Ich danke 2018, dass es für mich eine 6/8 war. Die Guten Dinge haben den schlechten knapp überwogen aber am Schluss steht die Entwicklung. Und diese ist für mich beachtlich. Und genau das ist was zählt.

2018 war ein gutes Jahr.

Ich freue mich auf 2019. Auf das neue  gute Jahr. Und wie mein Papa an Weihnachten treffend gesagt hat, “Wenn etwas gut ist, wünscht man sich nur noch, dass es so bleibt. Denn manchmal muss man nicht mehr wollen oder bekommen. Man muss nicht immer höher und weiter. Manchmal reicht es, wenn es so gut bleibt wie es ist.”
Und genau das wünsche ich mir für 2019.

Fotos by J.H. Artworks

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