Abendritual – Tanzpartner fürs Leben

Gefühle, Geschichten

Für dich.
Weil deine große Leidenschaft mich in den Bann gezogen, mich mitgerissen und unfassbar fasziniert hat.

 

Als sie nach Hause kam war es dunkel. Ihre Wohnung lag in einer ruhigen dunklen Stille vor ihr, als sie in den Flur trat. Sie ließ es dunkel und verzichtete darauf den Lichtschalter zu betätigen, denn sie mochte es im Halbdunkeln in ihrer Wohnung. Sie legte ihre Jacke ab und streifte die Schuhe von den Füßen. Als sie dann langsam in ihr Wohnzimmer ging bewunderte sie wie jeden Abend, das wundervolle Mondlicht, welches durch die deckenhohen Fenster auf den wunderschönen Parkettboden fiel und das Zimmer in ein mystisch fantastisches Licht tauchte.
Da begann plötzlich ganz leise eines ihrer Lieblingslieder aus den großen Boxen im hinteren Teil des Raumes zu spielen. Am Anfang war es nicht mehr wie ein Flüstern bis die Musik immer deutlicher und etwas lauter wurde. Die leichte Klaviermusik untermahlt mit einigen Geigen umhüllten sie und sie begann zu lächeln. Kurz darauf spürte sie ihn hinter sich. Seine Ausstrahlung und seine Wärme waren so präsent, dass sie allein dadurch seine Anwesenheit fühlen konnte. Erwartungsvoll schloss sie die Augen und genoss den Moment, als er vorsichtig mit seinen Fingerspitzen ihre Arme streichelnd nach oben fuhr. Zärtlich hauchte er ihr einen Kuss in den Nacken und dann nochmals auf den Hals. Sie seufzte auf und neigte ihren Kopf leicht zur Seite. Auf ihr Gesicht fiel jetzt das milchige Mondlicht, sie öffnete die Augen und sah durch das große Fenster in den Sternenhimmel.
Die Musik im Hintergrund wurde noch etwas lauter und sie fing an zu lächeln, als sich seine Finger vorsichtig um ihre schlossen.
Er drehte sie langsam und als sie aus der Drehung zurückkam legte sie kurz ihre Hand in seinen Nacken und ihre Stirn an seine. Er lächelte sie liebevoll an und streichelte mit seiner freien Hand ihre Wange. Sie erwiderte sein liebes Lächeln und ließ ihre Hand aus seinem Nacken über seinen Hals wandern, um dann die Tanzhaltung einzunehmen, die er ihr bereits anbot.
Das war das Schönste an diesen Begrüßungen. Dass er ihr so Nahe war. Kein flüchtiger „Hallo“-Kuss. Nein, ein inniges und liebevolles Begrüßen. Ein zeigen, dass man sich so sehr gefreut hat, sich wiederzusehen.
Er tanzte zuerst mit ihr ein paar einfache Standardschritte während sie ihren Kopf an seine Schulter lehnte und nach einem anstrengenden Tag einfach nur genoss, dass er bei ihr war. So nah bei ihr. Währenddessen hauchte er ihr ein Kuss aufs Haar und streichelte sanft ihren Rücken.
Dann wechselte das Lied in einen kräftigeren Rhythmus und er wurde fester in seiner Körperhaltung. Sie nahm den Kopf von seiner Schulter und sah ihm in die Augen. Und dann begann er anspruchsvollere Tanzschritte zu tanzen. Sie bewegten sich elegant und grazil durch den großen Raum.
In jeder seiner Bewegungen konnte sie nicht nur die Ausführungen der Tanzschritte spüren, sondern auch seine Zuneigung. Er führte die Tanzschritte nicht perfekt aus, denn das zählte in ihrem Wohnzimmer auch nicht. Hier zählte, dass sie beide ihre Liebe miteinander teilten. Dass sie miteinander waren. Und zusammen das taten, was ihnen am meisten Freude bereitete. Er ließ sie noch einmal drehen und als sie wieder zu ihm kam legte sie ihre Hände auf seine Schulter, streichelte seine Wange, lächelte, bevor sie den nächsten Tanzschritt ausführten.
Das Mondlicht war völlig ausreichend, um das Wohnzimmer mit ihren wundervoll aufeinander abgestimmten Bewegungen zu füllen. Sie strahlten dabei beide so viel Gefühl aus, dass selbst ihr fast jedes Mal bei diesem Ritual die Tränen kamen. Er war immer bei ihr. Achtete egal, in welchem seiner Tanzschritte zuerst auf sie. Achtete darauf, dass es ihr gut ging. Achtete darauf, dass er ihr genug zeigte, wie sehr er sie mochte. Wie sehr er sie liebte. Seine Hände streichelten ihr Gesicht, bevor sie die nächste Figur tanzten und dann langsamer wurden. Das Lied klang leise ab und er zog sie an sich. Legte seine Wange an ihre, während sie ihre Arme um seinen Rücken schlang.
„Es kommt nicht darauf an, zu welcher Meisterschaft oder zu welchem Turnier wir als nächstes fahren. Oder, ob wir gewinnen. Oder, ob es dann nicht mehr für uns weiter geht.“
Er löste sich leicht aus der Umarmung ohne sie loszulassen und strich dann behutsam eine verirrte Locke aus ihrer Stirn wieder hinter ihr Ohr. Seine Augen ruhten auf ihrem Gesicht und musterten sie liebevoll.

„Es geht um das hier. Um unseren Abendtanz. Um das Ritual, dass wir lieben, weil wir beide so unglaublich gerne tanzen.
Aber vor alle dem geht es um dich. Und um uns. Und das was wir haben.
Und wir haben so viel.“

Sie lächelte ihn an und streichelte behutsam über seinen Nacken und dann seine Wange.
„Ich weiß das. Und es ist wundervoll, dass du das genauso siehst. Solange wir beide uns und unsere Liebe haben reicht das. Für mich und für dich. Und alles andere wird sich ergeben.“
Er lächelte, zog sie an sich und legte vorsichtig und behutsam seine Lippen auf ihre. Und sie küssten sich leicht und zärtlich. So wie alles zwischen ihnen liebevoll und vorsichtig und behutsam war. Das Tanzen und ihre Gefühle.
In einer behutsamen liebenden Zuneigung zueinander.

Foto by J.H. Artworks

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