Ruhe. Eingehüllt in Licht, in Leben, in Liebe.

Geschichten

Darling, hold me in your arms the way you did last night
and we’ll lie inside for a little while here.
I could look into your eyes until the sun comes up
and we’re wrapped in light and life and love.
Put your open lips on mine and slowly let them shut
for they’re designed to be together.
With your body next to mine, our hearts will beat as one

and we’re set alight, we’re afire love.

Ihr Gesicht wurde schemenhaft beschienen. Das Abendlicht fiel durch die hohen Bäume und der Wind ließ die Blätter rascheln. Durch die Bewegungen der Bäume fiel nur zeitweilig Licht auf ihr Gesicht. Sie stand am Geländer der Brücke und sah über die Weite hinaus bis auf den Horizont. Hinter ihr begann der Wald, während der Fluss, über den eine Brücke führte, auf der sie jetzt stand, in einem Wasserfall mündete, der in eine unermessliche Tiefe führte. Am Horizont konnte man das Meer erkennen. Ein magischer Ort, den sie vor Jahren entdeckt hatte. Noch nie hatte sie jemanden mit hierher gebracht. Denn das würde die Magie nehmen. Die Magie, sich wohl zu fühlen. Allein. Ihren eigenen Gedanken zuhörend, während die Bäume um sie herum im Wind rauschten und der Wasserfall durch sein leises Plätschern ein beruhigendes Gefühl in ihr hervorrief.
Ein Lächeln legte sich auf ihr Gesicht während sich ihre Augen mit Tränen füllten.
Faszinierend beleuchtete das halborangene Licht ihr makelloses schönes Gesicht. Die Bäume warfen Schatten auf ihre Wangen je nachdem wie stark der Wind wehte. Ein Lufthauch wehte ihr ihre halblangen Haare ins Gesicht. Die einzelnen Strähnen, die um ihre leuchtenden Augen wehten. Sie selbst mystisch wirken ließen. Man konnte erkennen, dass sie kämpfte. Mit ihren Gedanken und all ihren Gefühlen. Nicht wusste was sie tun sollte.
Und da trat er neben sie. Sie wusste, dass er es war. Denn nur er konnte diesen Ort ohne ihre Hilfe finden. Nur er konnte diesen Ort ohne ihre Hilfe betreten.
Augenblicklich entspannte sich ihr Gesicht. Ihr ganzer Körper entspannte sich, was man daran erkennen konnte, dass sie sich jetzt an das Geländer der Brücke lehnte und sich nicht mehr daran festhielt, als würde sie etwas von sich weghalten wollen. Ihre Hände ließ sie jetzt locker über das Geländer hängen und seufzte einmal tief. Das Licht war immer noch mystisch und lies jetzt auch sein makellos ebenes Gesicht leuchten. Er legte vorsichtig seine Hand auf ihre. Sie beobachte jede seiner Bewegungen. Seinen muskulösen Rücken, der sich unter dem T-Shirt abzeichnete, als er jetzt seine Arme bewegte. Seine große, weiche Hand, die sich jetzt sanft um ihre legte und sein Daumen, der ihren Handrücken streichelte. Langsam hob sie ihren Kopf. Er sah zum Horizont und war vertieft in den Sonnenuntergang, der sich dem Ende zuneigte. Sein Gesicht und sein ganzer Körper strahlte eine so wunderbare Ruhe und Sorglosigkeit aus, die sie sofort geerdet hatte. 
Er erdete sie immer. Er brachte sie immer zur Ruhe.

Und dennoch, obwohl seit er da war alles klarer und einfacher und ruhiger erschien, liefen ihr jetzt die Tränen über die Wangen. Ihre Gefühle mussten sich Luft machen. Sie brachen aus und das auf ihre Weise. Nun wandte er sich ihr zu und seine braunen warmen Augen sahen sie liebevoll an. Vorsichtig nahm er ihr Gesicht in seine Hände und streichelte ihr mit den Daumen die Tränen von ihrem sonst so wunderschönen Gesicht.
Seine Augen sagten ihr, dass er sie verstand. Natürlich tat er das. Denn er war hier. An diesem Ort. Und half ihr, ihn noch schöner zu machen. Er war mit ihr in ihren Gedanken. In ihrer Welt. Das hatte vorher kein anderer geschafft. Und die Momente, in denen er das mal nicht sein konnte, waren die, die sie aus der Bahn warfen. Die, in denen er sie nicht verstehen konnte. In der er aus ihrer Welt entglitt. Dann bekam sie Angst. Wusste nicht was sie sagen sollte, um ihn wieder in ihre Gedanken zu lassen. Denn er war derjenige, der sie auch zur Ruhe brachte, wenn sie mal wieder herumwirbelten wie ein Wirbelsturm und keine Ruhe geben wollten.
Doch die Momente, in denen er sie nicht verstand und nicht nachvollziehen konnte was passiert war, gab es. Und dann stand sie hier. Und wartete auf ihn. Denn er kam immer. Denn egal was war, er würde sie immer irgendwann verstehen. Vor allem hier, an diesem Ort. Und dann holte er sie ab und zeigte ihr wie schön das Leben sein konnte ohne Sorgen.
Und sie verlor sich in ihm. Lehnte sich an, ließ sich fallen in die Kraft, die diese Ruhe ausstrahlte. Und das einzige was sie hoffen konnte war, dass er blieb. Und bei ihr war. An diesem Ort, der für beide so perfekt zu sein schien wie er war. Denn sie beide waren hier. Auf einer Ebene. 

Darling, hold me in your arms the way you did last night
and we’ll lie inside for a little while here.

I could look into your eyes until the sun comes up
and we’re wrapped in light and life and love.
Put your open lips on mine and slowly let them shut
for they’re designed to be together.
With your body next to mine, our hearts will beat as one
and we’re set alight, we’re afire love.

(afire love – Ed Sheeran)

Fotos by J.H. Artworks

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