Musikgeschichten #8

Gedanken, Geschichten

Und ich finde zurück zu mir selbst, wenn ich mich daran erinnere, dass ich dich fern von mir halte…
„Hurricane“ von Halsey

I’m a wanderess
I’m a one night stand
Don’t belong to no city
Don’t belong to no man
I’m the violence in the pouring rain
I’m a hurricane 

Sie stand auf der Terrasse und sah in den Sonnenuntergang, der wundervolles Licht auf den Holzboden warf. Ihre Augen glitzerten in der untergehenden Sonne und als er von hinten seine Arme um sie legte, begann sie zu lächeln. Er gab ihr einen Kuss auf die Wange und vergrub sein Gesicht in ihrem Nacken während sie mit ihren Händen seine Arme umfasste. Es war so eine kleine Geste und dennoch hatte sie unfassbar viel Bedeutung.
Doch er konnte nicht ahnen, dass sie nicht die gleichen Absichten verfolgte. Er war nett und süß und lieb. Aber mehr?
Sie genoss die Zeit, aber sie hatte gelernt mit sich selbst klarzukommen. Es gab niemanden in ihrem Leben den sie mehr zu nah an sich herankommen ließ. Diesen Fehler hatte sie zu oft getan. Sie hatte sich zu oft für den anderen völlig aufgegeben. Und es hatte ihr jedes Mal die Füße unter dem Boden weggezogen, wenn derjenige nicht mehr da war bzw. gegangen ist. Sie gehörte niemandem mehr. Sie hatte gelernt unabhängig zu sein. Und bis sie sich wieder bei jemandem fallen lassen konnte, jemandem ihre Seele anvertrauen konnte, würden vielleicht Jahre vergehen. Aber jetzt war sie sich selbst treu. Sich und ihrer Freiheit. Und das lebte sie. Wie ein Sturm. Ein heilloser Wirbelsturm, der über alles hinwegfuhr und nichts übrig ließ. Ein Hurrikan.  

Eine Geschichte die einen kleinen und doch vielleicht sogar großen Einblick in meine Selbstfindungsphase gibt.
Dieser Song begleitet mich seit einem Monat und bedeutet mir unfassbar viel. Er hat mir in ziemlich schweren Zeiten Halt gegeben und mir gezeigt was ich werden will…
Eine Wanderin, von keiner Stadt und keinem Mann abhängig… 

 

Lass mich den Beat von uns spüren. Lass mich bitte diese Nacht nicht vergessen.
„Unforgettable“ von Martin Schulz

I couldn’t tell you a thing about that night,
between the drinks and the blinding lights,
but even if just for a moment or two.
I danced with you.
Every step I take,
everywhere I go,
I see your face,
unforgettable. 

Ich hatte die Augen geschlossen und sog die Nacht, das Gefühl, diesen Augenblick in mich auf, als wäre es mein letzter Atemzug. Die Wärme von ihm neben mir, mein Kopf auf seiner Schulter, seine Hand an meiner Hüfte, mein Arm auf seinem Knie. Wir, sitzend auf dem Rasen, auf die Bühne schauend, auf der der DJ eine unfassbar gute Show ablieferte.
Die Musik pulsierte mir durch die Adern und in mir breitete sich zum ersten Mal seit sehr langer Zeit das Gefühl von Sorglosigkeit aus.
Ich konnte mich gehen lassen. Es tat so unfassbar gut.
Und da erreichte die Show ihren Höhepunkt und das Feuerwerk, welches über dem Festivalgelände gezündet wurde, übertraf einfach alles.
Ich drehte meinen Kopf und sah ihn an. Lächelnd. Er erwiderte mein Lächeln und sah mir in die Augen. Sein Gesicht wurde von den verschiedenen Lichtern der Bühne und dem bunten Feuerwerk schemenhaft beleuchtet.
Und da wusste ich, diesen Moment würde ich nie vergessen. 

 

Weil wir jung sind und unser Leben genießen sollten…
„Perfect Places“ von Lorde

All of the things we’re taking, ‚cause we are young and we’re ashamed
send us to perfect places,
all of our heroes fading,
now I can’t stand to be alone.
Let’s go to perfect places. 

Die Terrassentür stand ganz offen und selbst wenn man im Wohnzimmer saß hatte man das Gefühl draußen in der Sonne an der noch kühlen Luft zu sitzen. Er saß auf dem Boden der Terrasse mit seinem Bier in der Hand und lächelte sie an. Sie grinste zurück und beiden war plötzlich bewusst wie sehr sie sich vermisst hatten.
Und dann genossen sie beide die Sonne, den wundervollen Abend und die Stille, die alles andere als falsch war. Nein, an diesem Abend war sie beruhigend und schön. Sie unterstrich in genau dem richtigen Maß das Gefühl wieder zueinander gefunden zu haben.
Und das was gut so. 

 

Und in 50 Jahren möchte ich nach Hause kommen und mich darauf freuen, dass du da bist.
„Zuhause“ von Fynn Kliemann

Ich bin riesig, aber du viel größer als ich.
Alles jetzt, alles wichtig, aber wichtiger als du ist mir nichts.
Auch mit faltiger Haut, das hier bleibt unser Tattoo.
Ganz egal wo wir landen, mein Zuhause ist kein Ort, das bist du.
Ich will so viel.
Du bringst mir bei, das Leben manchmal reicht.
Immer hektisch nach außen, doch mache ich mit dir heimlich Pause. 
 
Ich wollt dir nur sagen, ich komm gern nach Hause…

Ich habe dieses Lied gehört und hatte sofort dieses eine Gefühl in meinem Bauch. Diese wohlige Gefühl, welches sich in mir ausbreitet, wenn ich an meine einzige unzerstörbare Vorstellung denke, nämlich dass es da draußen einen Mann gibt, der auf mich wartet, der darauf wartet mich an seiner Seite zu haben. Jeden Tag. Den es freut mich jeden Tag glücklich zu machen. Den ich glücklich machen kann. Zusammen durch dick und dünn gehen und füreinander da sein. Ob in Zeiten in denen es wunderschöne Momente gibt und die Welt rosa und wundervoll erscheint oder in Momenten in denen das Schicksal zuschlägt. Dass wir zusammen unser Leben verbringen und miteinander alt werden. Ich habe schon immer, werde es weiterhin tun und glaube auch im Moment ganz fest daran, dass es da draußen den „Richtigen“ gibt, auch wenn so viele sagen, dass das heutzutage nicht mehr möglich ist. Ich bin eine hoffnungslose Romantikerin und glaube an die große Liebe. In meinem Leben haben schon viele Personen, Momente, Gespräche und Situation an diesem Glauben und an dieser Vorstellung gerüttelt und versucht sie irgendwie zu brechen. Doch sie ist da. Vielleicht angekratzt, vielleicht ein bisschen kleiner, vielleicht nicht mehr so ganz überzeugt. Aber sie ist hier. Und ich bin stolz darauf sie nicht ganz verloren zu haben. In der heutigen Zeit. 

Heute gibt es mal keine Geschichte von mir sondern mal etwas Persönliches von dem lieben Geschichtenmädchen. Der Song hat einfach so gut gepasst…

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