Musikgeschichten #13

Gedanken, Geschichten

Setz dich hin, genieß die Zeit, ich geb dir was ich habe.
„Strip für mich“ von Sido und Kitty Kat

Das wird hier mit Garantie der beste Strip in deinem Leben.
Bis jetzt hast du nicht meinen gesehen, doch davor will ich Scheine sehen.
Setz dich hin, genieß die Zeit, was ich hab siehst du gleich.
Mach dich an, mach dich geil, mach mich schön, mach mich reich.
Heut Nacht erfüll ich jeden Traum, los Baby, sag mir was du brauchst.
Komm her, ich strip für dich, guck hin, ich strip für dich…

Sie ging durch den Club. Ihr Blick scannte jeden einzelnen Besucher an diesem Abend. Sie lächelte als sie die Stammkunden von den Gelegenheitskunden unterschied. Ein paar Junggesellenabschiede waren auch da. Das Übliche. Doch dann fiel ihr plötzlich dieser eine Mann auf. Sie hatte ihn noch nie hier gesehen. Er war allein und sah auch nicht aus, als würde er auf jemanden warten. Sie betrachtete ihn. Er war gut aussehend und sah so unbedarft aus. Irgendwie erinnerte er sie an jemanden. Was tat so ein Mann in so einem Club? Sie ließ ihn nicht mehr aus den Augen. Seine Ausstrahlung und seine Präsenz trotz der Zurückhaltung faszinieren sie.
Sie ging zwischen den Tischen und Stühlen durch die Reihen und beobachte das Geschehen bis sie an der Tür angelangt war zu der sie wollte. Keiner beachtete sie. Denn sie war gut getarnt. Erst später durften alle schauen. Aber bis sie da oben stand gehörte ihr Körper ihr. Ihn ließ sie keine Sekunde aus dem Augenwinkel bis sie nun doch leider hinter die Bühne gehen musste. Ein letzter Blick, dann schloss sich die Tür hinter ihr.

Als sie auf die Bühne trat wusste er sofort, dass sie es war. Ihre Blumentattoos, die sich über ihren Körper schlängelten leuchteten im schummrigen Licht. Er hatte nur auf sie gewartet, denn er hatte sie gesucht. Jahrelang. Bis ihm ein guter Freund gesagt hatte er könne sie hier finden, da er sie zufällig letzte Woche bei einem Junggesellenabschied entdeckt hatte. Jetzt war sie hier und so unfassbar schön. Und als die Freude sie wiederzusehen langsam verblasste, setzte der Schock darüber ein, was sie hier tat.

Weil du nur an dich dachtest…
„Happier“ von Ed Sheeran

ain’t nobody hurt you like I hurt you,
but ain’t nobody love you like I do,
promise that I will not take it personal, baby
if you’re moving on with someone new…

Weil du mir nicht zuhörst.
Weil eine Diskussion immer für dich entschieden werden muss.
Weil du mir nichts erzählst.
Weil du über mich sprichst, mich bestimmst, ohne mit mir davor zu sprechen.
Weil du dich nicht an Abmachungen hältst.
Weil du nur an dich denkst.
Weil du nur an dich denkst.
Weil du nur an dich denkst.
Und weil du nur an dich denkst.

Und dann stand sie auf und ging…
Weil er nur an sich dachte.
Weil du nur an dich denkst.

 

Weil du immer für mich da bist
„Zu dir“ von LEA

Wenn ich sein muss wie ich wirklich bin
Ohne Maske, ohne fakes Grinsen
Ich würd‘ zu dir gehen

Sie stieg aus dem Auto und sah die Straße entlang. Die Abensonne schien am Horizont und malte wunderschöne Farben an die Hauswände. Über ihr gesicht glitt ein sanftes Lächeln.

Wenn Träume platzen, die Erde bebt
Es um Leben oder Sterben geht
Ich würd‘ zu dir gehen

Langsam drehte sie sich zielsicher in eine Richtung, ging los und ohne Vorwarnung holten sie ihre Erinnerungen ein, als sie sich nochmals umwandt, um die letzten Strahlen der Sonne zu genießen.

Wenn ich glücklich bin, fast am Ziel
Ich das teilen muss, weil ich so sehr fühl‘
Ich würd‘ zu dir gehen

An sein Gesicht, beleuchtet von den bunten Lichtern des Clubs. Die Musik, in die sie sich hatten fallen lassen. Sein wissendes Lächeln, was er ihr zuwarf während sie total in ihrem Tanzen aufging.

Wenn ich feiern will, so wie noch nie
Weil ich das Leben spür‘ und Energie
Ich würd‘ zu dir gehen

Seine Arme, die er um sie legte und sie sich in diesem Moment noch glücklicher gefühlt hatte, als je zuvor.
Sein Lächeln, was sie so sehr erdete. Seine Art, die sie immer irgendwie ankommen ließ. An einen Ort den sie Zuhause nannte.

Wenn ich mich schäme, wegen meiner Fehler
Und die Lösung einfach grad nicht sehen kann
Ich würd‘ zu dir gehen

An ein paar ihrer Diskussion. Ein paar heftige Streits. An unausgesprochene Uneinigkeiten über die sie einfach geschwiegen hatten.

Wenn die letzte Stunde für mich schlägt
Und ich die Wahl hab‘, wohin ich mich leg‘
Ich würd‘ zu dir gehen

Und dann bracht letztendlich die schlimmste Erinnerung in ihr aus. Die, die sie versucht hatte vollständig zu verdrängen, doch sie konnte sie nicht zurückhalten. Alles zog sich in ihr zusammen, der Schmerz kam zurück und ihr traten die Tränen in die Augen.

Sag, darf ich zu dir?
In den besten Zeiten,
auch, wenn alles vorbei ist,
und ich alles vergeige,
und es ist keiner mehr bei mir.

Mittlerweile war sie an ihrem Ziel angekommen und ihre zitternden Finger suchten die Klingel. Es dauerte nicht lange bis er öffnete. Er sah sie an.

Und zwischen ihnen stand diese eine unausgesprochene Frage.

Darf ich dann zu dir?

 

Manchmal reicht es an fliegende Elefanten zu glauben…
Das ist für dich…

Ich war gebrochen. Ein gebrochenes und mit Schmerzen erfülltes Wrack. Ich wusste nicht mehr wer ich war, was ich fühlen sollte und was um mich herum passierte.
Und dann kamst ganz unverhofft du. Du hast mich in einer meiner schwersten Zeiten gerettet. Mit deiner Art und deinem Sein. Mit dir. Du hast mir geholfen, mir beigestanden und das einfach nur, indem du bei mir warst, deine Zeit mit mir verbracht hast und für mich da warst, als es kein anderer mehr war. Du hast dich mir nicht aufgedrängt oder erwartet, dass ich darüber rede, nein, du hast einfach nur gewartet und mich auf andere Gedanken gebracht. Das war das größte Geschenk, was du mir hättest je machen können. Du hast mich wieder an Liebe glauben lassen. Mir gezeigt, dass man guten Menschen vertrauen kann. Dass ich dir vertrauen kann. Ich war in dieser Zeit oft nicht ich selbst, bin vor mir und meiner Verantwortung weggerannt. Bin geflüchtet in einer virtuelle Welt, in eine Welt, die mich von der Realität fern hielt. Du warst da und hast gewartet bis ich bereit war mich der realen Welt zu stellen. Meinen Gefühlen zu dir zu stellen. Ich hatte so verdammt große Angst. Ich hab so falsch gemacht in meiner Verwirrung und trotz allem bist du noch hier. Du bist bei mir und hälst mich, flüsterst mir ins Ohr, dass du für mich da bist. Immer.
Du bist seit einer sehr langen Zeit ein Mensch, der mich glücklich macht, der mich wirklich aus dem inneren heraus glücklich macht. Du bringst mich zum lachen, du erdest mich, du lässt mich mit deiner Art zu mir selbst finden. In sehr kurzer Zeit haben wir schon schon so viele Dinge zusammen erlebt und so viel Spaß gehabt. Du machst mich einfach nur glücklich. Ich bin froh und unendlich dankbar, dass du bei mir bist. Dass du nun mit mir zusammen bist. Zusammen gegen alles was sich uns in den Weg stellen sollte. Mit dir an meiner Seite stelle ich mich gerne allem was da draußen auf mich wartete. Aber das einzige was zählt ist, dass du da bist.
Ich habe dich so unfassbar lieb gewonnen.
Du bist mehr für mich als je irgendjemand für mich war. Dafür danke ich dir.

 

Wenn sich unsere Blicke treffen…
„Still“ von Jupiter Jones

So still, dass jeder von uns wusste, das hier ist
für immer, für immer und ein Leben
So still, dass alle Uhren schwiegen
ja, die Zeit kam zum Erliegen

Er drängte sich durch die Menschenmassen, die im Club unterwegs waren. Im Kopf verfluchte er seine Jungs, die ihn überredet hatten mitzukommen. Es war jedes Mal dasselbe. Sie gingen in den Club, ein paar schleppten Mädels ab, am Schluss blieben noch genau drei von seinen Freunden übrig und er war der Fahrer, da er sowieso nicht trank. Immer dasselbe. Und immer gleich nervig.
Heute hatten sie einen Club ausgewählt, der auch noch eine Veranstaltung laufen hatte und demensprechend war es unfassbar überfüllt.
An der Bar bestellte er sich erstmal eine Cola, nickte den Jungs zu und versuchte dann irgendwo einen Platz zu finden, bei dem er nicht dachte direkt ersticken zu müssen.
Und als er an der Tanzfläche vorbeiging, die zum Anlass mit verschiedensten leuchtenden Säulen, die von der Decke hingen, versehen war, sah er sie. Im Augenwinkel, zwischen dem schummrigen Licht der Säulen entdeckte er sie. Ihr Gesicht hatte sie abgewandt und er sah nur ihre schemenhaft beleuchteten Haare und ihren wahnsinnig grazilen und schönen Rücken. Und dennoch war er sich ganz sicher, dass sie es war. Was tat sie hier? Das konnte nicht sein. Doch sein Blick und sein Herz konnten nicht lügen. Es war sie. Fasziniert beobachtete er sie, wie sie sich zur Musik um die verschiedenen Lichter bewegte und folgte ihr neben der Tanzfläche. Als sie am anderen Ende des Clubs angekommen war, wechselte der Song. Sie legte ihren Kopf in den Nacken und er konnte sie lachen hören. In genau diesem Moment drehte sie sich um. Und als sich ihre Blicke trafen war es als würde die Zeit stehen bleiben.

Wenn unsere Blicke sich treffen, schweigt die Zeit und alles kann passieren.
Hey, ich bin da, ich habe dich gesehen. Ich schweige. Unsere Blicke treffen sich.
Wir sind da.

Foto by J.H. Artworks

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