Musikgeschichten #12

Gedanken, Geschichten

Und da fing die Welt an zu leuchten, als sich ihre Seelen vereinten…
„Just say yes“ von Snow Patrol

just say yes, cause I’m aching,
I know you are too,
for the touch of your warm skin,
as I breathe you in… 

Sie saß auf dem wunderbar großen und weichen Bett. Am Horizont ging gerade die Sonne unter und malte wunderschöne Lichtfarben an die Schlafzimmerwände. Ihr Augen leuchteten, als sie diese Schönheit durch das Fenster betrachtete und sie begann zu lächeln, als sie sich in Gedanken noch einmal an den Abend erinnerte. Sie waren zuerst Essen gewesen und danach mit der Kutsche hinaus hierher in das hotel gefahren. Ein traumvoller märchenhafter Abend.
Da legte er von hinten seine Arme um sie und küsste zärtlich ihren Hals. Sie seufzte genussvoll auf und schloss die Augen.
Als er an ihrem Ohr ankam hielt er kurz inne und sie spürte seine weichen Lippen an ihrem Ohrläppchen.
„Mein wunderschönes, liebes und süßes Mädchen.“
Bei diesen Worten legte sich ein Lächeln über ihr Gesicht.
Sie spürte wie er sie am Arm streichelte und dann irgendetwas vor sie hielt. Da öffnete sie die Augen und sah in seiner Handfläche einen dezenten süßen Ring mit drei kleinen winzigen Steinchen. Er passte perfekt zu ihr. Als sie begriff was das bedeutete hielt sie die Luft an.
„Möchtest du für den Rest deines Lebens mein Mädchen sein und mit mir unsere gemeinsame Geschichte schreiben? Willst du meine Frau werden?“, flüsterte er sanft. 
Ihr traten Tränen in die Augen. Langsam und vorsichtig drehte sie sich um, um ihm in die Augen schauen zu können. Als sie in seinem Schoß saß berührte sie mit ihren Fingerspitzen seine Wangen und sah ihn liebevoll an. Er streichelte sie über die Schulter und den Rücken. In seinen Augen spiegelte sich seine grenzenlose Zuneigung zu ihr.
„Ja“, flüsterte sie. „Ja natürlich möchte ich dein Mädchen, deine Frau werden. Für den Rest meines Lebens.“
Da zog er sie in seine Arme und sie schmiegt sich an ihn. Tränen der Freude liefen über ihre Wangen und dieses grenzenlose Glück in diesem Moment raubte ihr fast die Luft.
Als er ihr den Ring an den Finger stecken wollte, sah sie die Gravierung.
Liebe. Vertrauen. Treue. 

 

Weil ich immer nur an dich denke…
„Ocean“ von Martin Garrix und Khalid

you could put an ocean between our love
it won’t keep us apart
you could build a wall
I would run it up
just to get to your heart
If we’re caught in a wave
Baby, we’ll make a wa
y 

Sie drehte leicht ihren Kopf, um den Blick wieder auf ihre Freunde zu wenden, die es sich zahlreich in ihrem Wohnzimmer gemütlich gemacht hatten. Im Hintergrund lief ihre Playlist und ihr bester Freund unterhielt sich angeregt mit einer Freundin, die auf dem Sofa saß.
Sie sah das ganze Bild vor sich, als wäre sie überhaupt nicht dabei. Als würde sie einen Film sehen. Alle Geräusche nahm sie wie durch Watte wahr. Ihre Gedanken waren überall nur nicht hier in diesem Wohnzimmer.
Es war viel passiert in letzter Zeit und sie hatte sich gefreut ihre Freunde wieder zu sehen, doch es beschäftigten sie so viele Dinge, dass sie sich nicht wirklich konzentrieren konnte. Ihre Gedanken schweiften immer wieder ab. Sie warf ein Blick auf ihr Handy. Dann sah sie in die Runde. Betrachtete ihre Freunde, die sie alle total gern hatte und lächelte, während sie die Eigenschaften jedes einzelnen liebenswürdig in sich aufnahm.
Da berührte sie jemand an der Schulter.
„Bist du noch bei uns?“
Ihr bester Freund sah sie aufmerksam an.
Plötzlich fühle sie sich als würde sie aus einem Tunnel voller Watte gezogen werden und im lauten hier und jetzt, in ihrem Wohnzimmer ankommen.
Sie hörte die einzelnen Wörter der Gespräche und die Musik im Hintergrund. Ihr bester Freund sah sie immer noch aufmerksam an und sie nickte ihm lächelnd zu.
„Ja ich bin wieder hier. Danke fürs Zurückholen.“
Er zwinkerte ihr zu und flüsterte ihr dann zu.
„Dein Buch wartet gerne…“
Und da musste sie grinsen, stand auf und setzte sich mitten in die Runde um mit jedem reden zu können.
Er musste ja nicht wissen, dass sie nicht an ihr Buch, sondern an jemand ganz anderes dachte. 

 

Ich hatte mir gewünscht, dass dieser Tag später kommen würde, aber er kommt immer früher als erwartet…
„Eylids“ von Pvris

I’ll face my fear of the sunrise when I wake up with your hand inside mine.
It’s hard to say „good morning“ when it’s followed with „goodbye“.

Our eyes fighting the light, but I’m not ready to say „good night“.
Just wanted to say „good night“ 

Der Tag begann mit wundervollen Sonnenstrahlen, die durch die Jalousie ins Zimmer fielen. Die Welt schien perfekt, als er sie in den Arm nahm und ihr ein „Guten Morgen“ ins Ohr flüsterte.
Doch es entwickelte sich alles anders. Bereits kurz nach dem Aufstehen bekam sie Stress, weil sie noch so viel zu tun hatte. Alles war so furchtbar langsam. Und die Zeit rann. Er versuchte sie zu beruhigen, was bisher immer gut funktioniert hatte, heute jedoch nicht mehr. Zum ersten Mal gab es zwischen ihnen eine komische unausgesprochene Situation, die nach einer kleinen Diskussion eskalierte.
Jetzt saß sie im Park und kämpfte mit den Tränen. Sie konnte die Situation nicht einschätzen. Wusste nicht wie sie damit umgehen sollte. Doch sie wusste, dass er sie verletzt hatte. Er hatte ihr weh getan. Aber sie wusste auch, dass sie ihm weh getan hatte.
Er schien kein Stück auf sie zuzukommen. Und sie mit ihrem Sturkopf war auch nicht bereit nachzugeben. Sie drehte sich leicht und streichelte den Kopf ihrer Hündin, die es sich in ihrem Schoß bequem gemacht hatte. Da legte sich eine Hand auf ihre und als sie aufsah, stand er da. Er verdeckte mit seinem Kopf die Abendsonne, die sie geblendet hatte und als sie sein offenes und ehrliches Lächeln erkennen konnte stiegen ihr die Tränen in die Augen. Es tat ihr einfach nur noch Leid.
„Es tut mir leid, dass ich unseren Tag kaputt gemacht habe“, flüsterte er leise. Sie stand auf, legte ihre Hand in seinen Nacken und ihren Kopf an seine Brust.
„Das war meine Schuld. Mir tut es Leid.“
Und da legte er seine Arm um sie und zog sie sanft an sich. 

 

Weil wir dort alle eins sind, er auf uns aufpasst und du dir keine Sorgen machen musst…
„his glory appears“ von Hillsong

and his glory appears
like the light from the sun
age to age he shines
oh look to the skies
hear the angels cry
singing holy is the lord 

Liebes Kind,
ich kenne dich ganz genau, selbst wenn du mich vielleicht noch nicht kennst.
Ich weiß, wann du aufstehst und wann du schlafen gehst. Ich kenne alle deine Wege.
Ich habe dich nach meinem Bild geschaffen.
Du bist mein Kind.
Du warst kein Unfall. Ich habe jeden einzelnen Tag deines Lebens in mein Buch geschrieben.
Ich habe den Zeitpunkt und den Ort deiner Geburt bestimmt und mir überlegt, wo du leben wirst.
Ich habe Pläne für dich, die voller Zukunft und Hoffnung sind.
Meine guten Gedanken über dich sind so zahlreich wie der Sand am Meeresstrand.
Ich freue mich so sehr über dich, dass ich nur jubeln kann.
Wenn dein Herz zerbrochene ist, bin ich die nahe.
Wie ein Hirte ein Lamm trägt, so trage ich dich an meinem Herzen.
Eines Tages werde ich jede Träne von deinen Augen abwischen. Und ich werde alle Schmerzen deines Lebens wegnehmen.
Ich habe alles für dich aufgegeben, weil ich deine Liebe gewinnen will.
Ich frage dich nun: Willst du mein Kind sein?
Ich warte auf dich.
In Liebe, 
deine Vater – allmächtiger Gott 

Und da stand er im Türrahmen, zitternd, Tränen in den Augen und das einzige was sie wusste, dass sie für ihn tun konnte, war da sein und genau das tat sie. Sie nahm ihn in die Arme und hielt ihn, bis das Zittern verebbte und die Tränen weniger wurden.
Es ist schrecklich wie das Leben manchmal grausam und hart zuschlägt und in diesen Situationen bleibt selten die Frage nicht aus, warum? 

Mir hat der obige Text, erstellt aus einzelnen Passagen aus der Bibel, in so schlimmen Zeiten immer geholfen.
Der Satz der sich in mein Kopf brennt wie ein Brandmal seit ich diesen Text mit 12 Jahren das erste Mal gelesen habe ist und wird immer bleiben, 

Ich habe jeden einzelnen Tag deines Lebens in mein Buch geschrieben. 

 Alles ist gut so wie es kommt. Es ist geplant und gewollt.
Mach dir keine Sorgen, er wird sich gut um sie kümmern. Er hat ihre Ankunft bereits vorbereitet.
Ich bin da und halte dich. Halte dich fest.

Foto by J.H. Artworks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.