Dein Kampf – Kämpfe ihn… Er. Teil 1

Gefühle, Geschichten

Er kämpfte. In seinen Augen kämpften Millionen verschiedenste Gefühle gegeneinander. Er fuhr sich durch die Haare und ließ sich auf dem Bett, vor dem er gestanden hatte, nieder. Sein Blick fiel in den Spiegel gegenüber von ihm. Fast hätte er sich nicht wieder erkannt. Dunkle Ringe unter seinen Augen verrieten, dass er kaum geschlafen hatte, sein zerzaustes Haar deutete auf unruhige Träume hin und sein verzerrtes und verspanntes Gesicht verriet den Kampf in seinem Inneren. Seine Augen waren glasig von den Tränen, die er versuchte zurückzuhalten. Die Gedanken stapelten sich in seinem Kopf und seine Gefühle kämpften in seiner Brust gegen sein Herz und sein Bauch.
Er hatte nicht nur grenzenlosen Schlafmangel, auch konnte er seit Tagen nichts mehr essen. Und das hieß einiges. Denn Essen konnte er bis jetzt immer.
Sie.
In seinen Ohren hörte er ihr helles und gleichzeitig freches Lachen, während vor seinen Augen ihr fröhliches und hübsches Gesicht auftauchte, welches ihn mit ihrer liebevollen Lebensfreude anlachte. Er konnte auf seinen Lippen ihre Berührung spüren und in seinem Ohr klang ihr geflüsteres „Ich liebe dich“ nach.
Sein Herz sehnte sich nach ihr. Jede Faser seines Körpers sehnte sich nach ihr. Er wollte sie, so sehr. Mehr als er jemals etwas gewollte hatte, wollte er sie.
Doch in seinem Kopf tauchten diese Worte auf. Dieses kleine Teufelchen. 

„Du bist nicht gut genug. Sie hat etwas Besseres verdient. Sie ist so eine tolle Persönlichkeit, du wirst sie verletzten.“ 

Er schlug die Hände vors Gesicht.
Er wusste, dass sein Verstand ihm einen Streich spielte. Eigentlich ging es um ihn. Um seine Gefühlte. Darum, dass er an einem emotionalen Punkt angelangt war, an dem es hieß, ganz oder gar nicht. An dem er sich ganz auf sie einlassen müsste. Er müsste ihr bis ins letzte Detail vertrauen und sich fallen lassen. In ihre Liebe und ihre Zuneigung. Aber da war diese grenzenlose riesige Angst. Die Angst, die ihn davonabhielt genau das zu tun. Die ihn aufhielt sich ihr völlig hinzugeben.
Es war leichter gewesen ihr zu sagen, dass er sie verlassen würde. Es war leichter sich mit anderen Mädchen für ein paar Nächte abzulenken. Bloß keine innigere Zuneigung zulassen.
Und auf der anderen Seite war es zu spät. Sein Herz schlug für sie. Jede einzelne Sekunde. Und auch wenn er sich mit anderen Mädchen ablenken würde, es tat, er sah immer nur sie. Sie war einfach überall. Überall in seinen Gedanken. Sie hatte ihn völlig vereinnahmt.
Er seufzte verzweifelt auf und lehnte sich an die Wand. Sein Spiegelbild sah mit jeder Minute seines inneren Kampfs schlimmer aus.
Konnte er ihr bieten was sie verdient hatte? Konnte er ihr geben, was sie verdient hatte? Konnte er das für sie sein, was sie verdient hatte? Es war doch viel besser so. Es würde ihr besser gehen ohne hin. Es war für alle das Beste. So wie es jetzt war. 

Und da hörte er sie flüstern, „Du kannst nicht für mich entscheiden. Ich will dein Mädchen sein. Lass es einfach zu. Du bist das was ich will und zwar so wie du bist. Du weißt nicht was mir gut tut. Und ich bitte dich, höre auf dir einzureden, dass du mich verletzten würdest, denn das würdest du nicht. Wenn du die Liebe in deinem Herzen zulässt, würdest du nicht einmal mehr daran denken. Aber du suchst Ausreden. Endlose Ausreden, um dich nicht fallen lassen zu müssen. Aber wir könnten so viel mehr sein, wenn du es nur zulässt. Du kannst diesen Kampf nur gewinnen, wenn du es auch willst. Also sag mir, willst du mich? Willst du uns?“ 

Und als sein Herz leise und vorsichtig aus seinem Versteck kam und ihm in die Augen sah, mit aufgeregten Wangen und kräftig nickte, spürte er wie alles in ihm warm wurde und da wusste er, dass er sie wollte. Mit allem. Mit allem von ihm wollte er alles von ihr.
Und da spürte er was sie gemeint hatte. Wie es sich anfühlte, was sie gesagt hatte. Sie waren so viel mehr, als er sich je hätte vorstellen können. 

 Fotos by J.H. Artworks

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