Das innere Kind

Gedanken, Geschichten

Und da strahlte es und lachte es, das kleine Mädchen in ihr.
Es drehte sich im Kreis und genoss das kindliche Leben.
Doch plötzlich wurde der sonnige Himmel dunkel.
Und da wurde es stutzig, schlang schnell seine Arme um sie, um sie zu beschützen.
Das kleine Mädchen keuchte. Denn es war so anstrengend.
Aber es wusste, es musste auf sie aufpassen.
Das kleine Mädchen hatte viel zu tun. Und bald war es nicht mehr voller kindlicher Leben. Es war traurig und erschöpft, weil es feststellen musste, dass es sie nicht immer beschützen konnte.
Da legte sie ihre Hand auf die Schulter des kleinen Mädchens.
„Du hast genug geleistet. Du darfst zu den anderen Kindern gehen. Du musst nicht auf mich aufpassen. Ich bin jetzt alt genug. Ich schaffe das selbst.“
Und da lächelte das kleine Mädchen wieder und zog sich langsam zurück. In dem Wissen, dass sie es alleine schaffen würde.

Mädchen Bett inneres Kind Bild

Und da ging es. Ihr inneres Kind. Richtung Sonnenuntergang auf der Wiese ihrer Seele. Und sie seufzte. Denn jetzt konnte sie leben. Als erwachsene junge Frau. Und das war gut so.
Dennoch blickte sie dem kleinen Mädchen mit Tränen in den Augen hinterher.
Sie war so ein tolles Kind gewesen. Hatte so viel Lebensfreude aus ihr gezogen. Kindlicher Leichtsinn.
Doch es war Zeit erwachsen zu werden.
„Tschüss mein liebes inneres Kind. Ich werde dich vermissen. Ich habe dich geliebt.“
Das Mädchen drehte sich ein letztes Mal um.
„Ich werde immer noch da sein. In den Momenten, wenn es richtig ist, werde ich kommen und mit dir lachen. Du brauchst dich nicht zu verabschieden. Ich werde nur nicht mehr so präsent sein.“
Da lächelte sie.
„Und das ist gut so.“

Inneres Kind Lächeln Hand

Fotos by J.H. Artworks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.