Musikgeschichten #5

Gedanken, Geschichten

Schließ die Augen, atme tief ein, atme tief aus, lass dich fallen, in die Unendlichkeit.
„Unendlich“ von Silbermond

Und wir waren unendlich
und das Wasser legte sich auf unsre Haut,
Um uns alles vergänglich.
Das behalten wir für uns
und den Tag tragen wir bis ins Grab.

Und der Sommerregen nimmt dich mit, raus auf eine Reise, die du niemals gereist wärst ohne das Adrenalin, welches jetzt durch deine Adern schießt. Und in deinem Kopf dieser Satz.
Wenn du unendlich bist, tut es nicht mehr weh wenn du fällst.

Lass dich fallen und komme…
„Shape of you“ von Ed Sheeran

Boy, let’s not talk too much
grab on my waist and put that body on me
come on now, follow my lead
I’m in love with the shape of you
we push and pull like a magnet do
although my heart is falling too
I’m in love with your body
and last night you were in my room
and now my bedsheets smell like you

Sie biss sich auf die Lippe und zog scharf die Luft ein. Seine Lippen auf ihrer Haut hinterließen eine heiße feurige Linie. Sie drückte ihren Rücken durch, um ihn noch intensiver spüren zu können.
Berühr mich, flehte sie in Gedanken.
Seine Hände wanderten langsam und sanft über ihren Körper. Ihre Hand ruhte in seinem Nacken. Langsam zog sie ihn nach oben, wollte ihn küssen. Sie konnte das Feuer in seinen Augen lodern sehen und das Verlangen in ihrem Stöhnen war kaum zu überhören.

Vermissen…
„Tonight“ von FM Static

Tonight I’ve fallen and I can’t get up
I need your loving hands to come and pick me up
and every night I miss you
I can just look up
and know the stars are
holding you, holding you, holding you
tonight

Die ganze Nacht,
immer wieder aufgewacht,
nach dir gesucht,
neben mir,
doch du warst nicht hier,
nicht bei mir,
die Sehnsucht nach dir,
nach deinem Kopf in meiner Halsbeuge,
nach deinem Kuss auf meiner Wange,
nach deinen Armen um mich,
nach deinem friedlichen schlafenden Gesicht,
nach dir,
doch du bist nicht hier,
und so oft wie ich nach rechts schaue ist da nur dieser leere frisch gemachte Platz neben mir,
der Kuschelhund der mich ansieht als würde er dort immer hingehören,
aber das stimmt nicht,
das ist dein Platz,
und wieder aufgewacht,
und wieder dich gesucht,
um wieder festzustellen, dass du nicht hier bist, dein schlafendes Bild vor Augen,
ich vermisse dich…

 

She´s so lucky, she´s a star but she cry-cry-cries in her lonley heart
thinking if theres nothing missing in my life then why do these tears come at night?
„Hey“ von Andreas Bourani

Wenn das Leben grad zu allem schweigt,
dir noch eine Antwort schuldig bleibt,
dir nichts andres zuzurufen scheint als „Nein“,
es geht vorbei…
Hey, sei nicht so hart zu dir selbst,
auch wenn dich gar nichts mehr hält,
du brauchst nur weiter zu gehen,
komm nicht auf Scherben zum stehn.

Manchmal lag sie nachts wach, einsam und allein, weinte, wusste nicht warum, konnte sich nicht erklären, wenn sie doch eigentlich mit allem glücklich sein sollte, warum fühlte sie sich dann so unendlich leer? Das durfte doch nicht sein. Das konnte nicht sein. Warum nur?
Und die Tränen kullerten und sie rollte sich zusammen unter ihrer Bettdecke. Sie vermisste jemanden, der in diesen Nächten da war. Der sie hielt und ihr ins Ohr flüstern würde, das alles gut wird. Das sie gut war. Das sie toll war und trotz ihrer Fehler und Macken alles richtig machte. Weil sie es auf ihre Weise machte. Und das einzigartig war. Doch diesen jemand gab es nicht. Und so lag sei Nacht für Nacht da, versunken in dem Loch aus Selbstzweifel, weil sie nichts gut genug machen konnte. Weil die anderen höhere Ziele in ihr sahen, als sie selbst in sich.

Diese Tage, an denen du…
„Fickt-Euch-Allee“ von Großstadtgeflüster

Was haben sie mir nicht alles erzählt,
wies rollt, wies klappt, wies funzt, wies geht.
Oh man ey, ich merk schon mich umgeben Profis.
Beschwerden an meinen Assistenten,
damit er sie für mich verbrennt, denn,
ich bin in meinem Wochenendhäuschen in der Fickt-Euch-Allee,
wo ich auf der Veranda meine Eier schaukle.
Da hab ich immer Recht und n Blick aufn See.
In meinem Wochenendhäuschen in der Fickt-Euch-Allee.

Ihr habt doch bestimmt alle diese Tage, an denen jeder euch reinredet, jeder alles besser weiß und du nichts richtig machen kannst.
Das ist ein Post für diese Tage.
Nicht jeder Tag kann schön, toll und perfekt sein. Das geht einfach nicht.
Und man hat nunmal solche Schlechte-Laune-Tage.
Und an denen darf man auch mal sagen,
ihr könnt mich alle mal.

Und danach wirst du dir bewusst, wow, das war ein Beziehungsmoment.
„Nie zu Ende“ von Jonas Monar

Die Zeit rennt, doch wir bleiben noch in diesem Augenblick.
Sucht nicht weiter, wir sind angekommen
und gehen nicht mehr zurück.
Komm lass das nie zu Ende gehen.
Ich will die ganze Welt tanzen sehen.
Lass uns das Glück in die Arme nehmen.
Ich will die ganze Welt tanzen sehen.

Er zog mich in seine Arme und fing an mich zu kitzeln.
„Hast du also gedacht, dass du mich austricksen kannst.“
„Hör auf, hör auf“, bettelte ich.
Doch er ließ nicht von mir ab, kitzelte mich von oben bis unten durch und wir fielen beide rückwärts ins Bett.

Und dann wird dir plötzlich bewusst, dass war ein kleiner, total süßer Beziehungsmoment.
Und genau diese Momente zeigen uns doch, dass es jede Sekunde wert ist, einem Mensch sein Herz zu schenken, der genauso fühlt wie du.

Sind wir wirklich schon Geschichte?
„Wie weit ist vorbei“ von Rosenstolz

Wie weit muss ich gehen,
um uns nicht mehr zu sehen.
Wär der Juli ein Tag
und der Sommer ein Jahr,
warum war mir nicht klar,
wie gut wir doch waren.
Wie tief ist das Meer?
Wie weiß ist der Sand?
Ich habs überlebt,
egal wie du fehlst,
wie weit ist vorbei?
Wie weit ist vorbei?

„Jetzt erzähle mir doch nichts. So wie ihr zwei da sitzt, da ist doch was.“
Ich schüttelte den Kopf.
„Nein, nein, wirklich nicht, wir sind nur Freunde.“
Damals habe ich das selbst geglaubt.
Habe es mir eingeredet.
Heute schaue ich auf die Zeit. Sehe ihn an. Weiß nicht was aus uns geworden wäre, hätten wir es wirklich versucht.
Aber was war wirklich zwischen uns gewesen?
Eins ist mir jetzt klar, es war definitiv mehr wie nur Freundschaft.
Und das wussten wir beide.

Weil du denkst, du bist cooler als ich…
„Cooler than me“ von Mike Posner

You got designer shades
just to hide your face and
you wear them around like
you’re cooler than me.
And you never say hey
or remember my name.
Its probably ‚cause
you think you’re cooler than me.

Er saß da wie ein aufgeblasener Gockel. Dabei war er ihres Erachtens nur ein zu klein geratenes Huhn. Sein Blick scannte in seiner Umgebung alles und jeden in kürzester Zeit und ordnete es in Schubladen ein. Sein Meinung zählte und sollte jemand eine andere haben, tja, dann hatte dieser andere verloren.
Sie saß ihm gegenüber, kam sich irgendwie verloren und alleine vor. Sie schämte sich, denn fast fand sie die Situation, nein nicht nur die Situation, sondern ihn, lächerlich.
Was bildete er sich denn ein? Wer sollte so etwas cool finden?
Er sprach irgendetwas, aber sie hatte aufgehört ihm zuzuhören. Egal was er sagte oder tat, es ging immer nur um ihn. Seine Meinung, seine Einstellung, sein Leben.
Ihre Meinung zählte nicht. Sie wusste nicht, ob es schon krankhaft war, was er da aufführte. Aber generell hatte er ein Muster. Sobald jemand anderer Meinung war, vielleicht sogar der besseren, oder wirklich Ahnung von dem hatte was er tat, und er bemerkte das, wurde derjenige in Grund und Boden geredet und unterschwellig so runtergemacht, dass er am Schluss wieder ganz oben stand.
Denn er war der Beste.
Er konnte Alles.
Und nur seine Meinung zählte.

Und da stand sie auf und ging. Während er sprach, stand sie auf und ging.
Denn nur weil er dachte, dass er cooler war, hieß das noch lange nicht, dass dies stimmte…

Geräuschkulisse
„Blah blah blah“ von Kesha

Blah, blah, blah, blah, blah
Coming out your mouth with
your blah, blah, blah
Zip your lips like a padlock.

Geräuschkulisse.
lachen
weinen
schreien
räuspern
seufzen
husten
niesen
brusten
gähnen
sprechen
singen
pfeifen
kauen
schnalzen
wimmern
jammern
kichern
brüllen

Stille.

Geräuschkulisse.

Wenn dir klar wird, du bist zu früh gegangen bzw. du hast es nicht mal versucht…
„An einem Morgen im April“ von Rosenstolz

An einem Morgen im Apri
kurz bevor die Nacht verschwand
nahmst du Abschied hier ganz still
etwas ging zu Ende, und was neues begann
es hat sich alles so geändert
in dem Moment, als du gingst

Sie stand im Türrahmen und sah zurück. Er sah verloren aus, wie er mit dem Geschirrtuch in der Hand in der Küche stand und schon seit einiger Zeit diese eine Tasse trockenrieb.
Sein Gesicht war ausdruckslos. Sie wusste, dass sie einen Fehler machte, wenn sie jetzt ging. Doch sie tat es trotzdem. Und die Tür fiel ins Schloß.
Monate später saß sie da. Tränen liefen ihr über die Wangen. Er war perfekt gewesen. Liebevoll, aufmerksam, führsorglich, sanft, süß und so unfassbar nett.
Warum war sie dann gegangen?
Sie konnte sich diese Frage nicht beantworten.
Eins wusste sie jedoch, es war ein Fehler gewesen zu gehen.
Doch jetzt war es zu spät.
Zu spät für die Erkenntnis, dass sie ihn doch geliebt hatte. Auf eine Weise, die sie damals hatte nicht erfassen können. Doch sie hatte es getan und tat es immer noch…
Sie rutschte mit dem Rücken die kalte Fliesenwand hinunter, zog die Knie an sich und presste ihre zittertenden Lippen an ihre Beine.

Foto by J.H. Artworks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.