Du

Geschichten

Die Sonnenstrahlen warfen bunte Lichtflecken durch die Blätter des großen Baumes. Es war fast wie ein bildliches Klavierspiel, denn die bunten Kreise wirken wie Tasten, die von links nach rechts sprangen und zurück. Eine leichte luftige Brise blies mir ein paar verirrte Haarsträhnen aus dem Gesicht.
In deinen Augen spiegelten sich die Lichtflecken der Sonne und es schien gerade so, als würden sie leuchten. Dein Gesicht war mir zugewandt. Dein Lächeln raubte mir den Atem, denn es gab nur sehr seltene Momente und Menschen bei denen du dieses wundervolle befreiende Lächeln zeigst. Und in diesem Moment schenkst du es mir. Ich fing es auf, in meinem Herz und auf meiner Seele. Wie ein Schmetterling, der sich auf einer Blumenwiese niederlies. Deine Finger fühlten sich so weich und vorsichtig an, als sie meine Wange berührten. Du neigst deinen Kopf ein bisschen und in diesem Moment überrollte mich eine Welle der Gefühle. Deine Anwesenheit, deine Einfühlsamkeit und Zärtlichkeit, die mir begegnete, jeden Tag, was mein Leben seither zu einer einzigen Aneinanderreihung von Momenten machte. Momente, die wie Schmetterlinge oder ein Klavierspiel meine Seele bereicherten. Dein Funkeln in den Augen, dein Lächeln, welches du mir in ganz besonderen Momenten schenkst, die Aufmerksamkeit, deine Berührungen, die mir das Gefühl gaben etwas unfassbar Kostbares zu sein.

 

Du - ich liegen in der Wiese Bild

Ich konnte das Gras unter mir spüren und die warmen Tränen, die sich einen Weg über meine Wangen suchten. Das Lichtspiel in der Baumkrone verblasste und ich lag in einem Bett. Es war dunkel und lediglich das Leuchten der Laterne durchs Fenster warf gespenstige Schatten auf mich. Mein Herz zog sich angstvoll zusammen. Schmerzen krümmten meine Seele und ich zog meine Beine an meinen Bauch. Meine Hand grub sich hilfesuchend in meine Brust auf der Suche nach meinem Herz, welchem gerade solch grausame Schmerzen zugefügt wurden. Ich keuchte auf, als ich begriff, dass ich ihm nicht helfen konnte. Ich musste es ertragen. Und ich lag hier allein. Keiner kam und half mir. Und du, der der mich hier gerade innerlich ermordete, warst nicht hier. Du warst nicht bei mir, obwohl gerade du mich retten solltest. Mir helfen solltest in genau diesen dunklen Stunden, aber du machst es schlimmer. Du bringst mich um. Innerlich. Und ich wusste nicht mehr wie ich mir helfen sollte. Du, der du zwei Gesichter hast. Und das grobe, das verletzende, welches mich gerade in die Knie zwang und ich nicht mehr aufhören konnte, vor seelischen Schmerzen zu leiden. Dieses gefühllose, arrogante, desinteressierte Du, welches meine Ehrlichkeit mit Füßen trat. Darauf herumtrampelte. Mich missbrauchte. Mich von innen heraus tötete. Mich umbrachte.
Dieses Du, welches nicht zum Du passte, was alles für mich tat.

 

Du - ich mit Ästen Bild

Fotos by J.H. Artworks

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