Schmerz

Gefühle

Vor mir verlief der graue, kalte Beton der Straße. Um mich herum war alles Nacht.
Doch in mir war es viel dunkeler, wie die Nacht. Es war Schwarz. Ich fühlte nur noch Schwärze, Trostlosigkeit und Schmerz.
Wie lange sollte es noch so weiter gehen?
Wann hatte ich das letzte Mal gelacht?
Ich wusste es nicht und es war mir auch egal.
In die Vergangenheit zu blicken war und ist jetzt überhaupt nicht gut. Es löste nur wieder diesen alten, kaum aushaltbaren Schmerz aus. Das einzig bunte in meinem jetzigen Leben waren meine blauen Sneakers die an meinen Füßen irgendwie fehl am Platz wirkten.
Meine Tränen liefen wie durchsichtige Perlen über mein Gesicht bis sie auf dem kalten Asphalt aufschlugen und zersprangen. Meine langen schwarzen Haare verdeckten mein Gesicht. Keiner sah den Schmerz tief in mir, der alles fraß was er nur bekommen konnte.
Ich schaute auf in den klaren Nachthimmel, an dem die Sterne schienen, um gleich darauf meine Augen wieder zu schließen.
Selbst der Himmel, die Nacht war jetzt zu schön für mich.
Ich wollte rennen aber eigentlich doch lieber stehen bleiben.
Ich wollte schreien aber eigentlich doch lieber still sein.
Ich wollte lieben – geliebt werden.
Ich wollte Zuneigung geben – selbst welche bekommen.
Ich wollte endlich wieder LEBEN.
Doch das alles tat viel zu sehr weh um es wirklich zu tun.
Langsam fing es an zu regen. Erst ganz sanft, fast schmeichelhaft, doch dann fing es an wie aus Tonnen zu schütten. Meine Tränen vermischten sich mit dem prasselnden Regen und verschmierten mein Gesicht. Meine Klamotten waren in kurzer Zeit durchtränkt mit Wasser. Es war mir egal.
Und dann blieb ich stehen. Obwohl sich alles in mir sträubte blieb ich stehen. Ich brauchte Halt, Gleichgewicht. Ich konnte jetzt einfach nicht weitergehen. Mit geschlossenen Augen streckte ich mein Gesicht dem Himmel entgegen und schrie. Ich schrie dir drei Wörter, die ich nur mit Schmerz in Verbindung brachte, die mir nie etwas Gutes gebracht hatten, die ich nie ausgesprochen hatte weil der Schmerz mich sonst übermannt hätte.
Warum ich es jetzt tat wusste ich nicht, doch ich tat es. 
„ICH LIEBE DICH“
Und bevor ich irgendwas machen konnte wurde es schwarz um mich herum und ich sackte in mir zusammen, auf den kalten Beton, überrumpelt von dem wahren Schmerz, der mich auf die Knie zwang, der versuchte mich innerlich zu töten.
Er schaffte es und ich brach zusammen. 

Schmerz der Blick Bild

Fotos by J.H. Artworks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.