Frühlingsgeschichte #1

Geschichten

Ich saß auf meinem Fensterbrett und sah hinaus auf die sonnenbeschienene Straße. Eine leichte Frühlingsbrise wehte mir meine Haare aus dem Gesicht und ich lächelte freudig als sich ein kleiner süßer Marienkäfer auf meiner Handfläche niederließ. Fasziniert beobachtete ich ihn und versuchte gerade die Punkte zu zählen, als ein lauter Knall ertönte und lautes Geschrei auf der Straße mich aus meinen Gedanken holte. Ich dreht mich um, um nach der Ursache Ausschau zu halten und sah das Unglück. Der blaue Golf war geradewegs in mein schönes neues Auto gefahren, welches am Straßenrand parkte. Ich erschrak bei dem Anblick so sehr, dass mein neuer kleiner Freund davon flog. Der Blechschaden interessierte mich nicht, ich dachte nur an den Fahrer des Golf. Ob ihm oder ihr wohl etwas geschehen war? Eilig lief ich hinaus. Da stieg er aus und ich hielt im Laufen inne. Er sah zu mir herüber. Sein erschrockenes Gesicht, war voller Unverständnis und Panik. Dennoch war es das schönste Gesicht, was ich je gesehen hatte. Da stand ich nun, den Mund peinlich offen, mit großen Augen und starrte ihn an. Kälte stieg in mir hoch. Erst jetzt merkte ich, dass ich noch barfuß war.
„Ist das dein Wagen?“
Meine Starre löste sich, ich ging mit eiskalten Füßen auf ihn zu und brachte nur ein leises, eher gequältes „Ja“ hervor.
Fast schon verzweifelt verzog er das Gesicht.
„Das tut mir so Leid. Ich weiß echt nicht wie das passieren konnte.“
Ich lief jetzt einmal um mein Auto herum, um zu ihm zu gelangen. Nur aus dem Augenwinkel sah ich, dass meine Fahrertür komplett eingedellt war. Doch der Blechschaden interessierte mich nicht. Ich machte mir mehr Sorgen um ihn.
Als ich vor ihm stand, musterte ich ihn, um zu sehen, ob er irgendwo eine Wunde hatte.
„Mach dir um das Auto keine Gedanken. Wie geht es dir denn? Alles okay? Hast du dich verletzt?“
Jetzt erst schien er überhaupt an sich zu denken und sah selbst an sich hinab. Probeweise drehte er sich einmal im Kreis.
Mit einem verschmitzten Lächeln antwortete er mir, „Mir geht’s gut. Nichts passiert. Zumindest mir nicht. Da hat es dein Auto mehr erwischt.“
Jetzt drehten wir uns beide zu der Katastrophe um. An seinem Auto war fast nichts zu sehen. Ein paar Kratzer in der Motorhaube höchstensfalls. Hingegen sah die Fahrertür meines Autos ziemlich mitgenommen aus. Wie ich vorhin schon im Augenwinkel gesehen hatte war sie sehr weit eingedellt und ich seufzte kurz erleichtert auf, als mir klar wurde, was passiert wäre, wenn ich im Wagen gesessen hätte.
„Gott sei Dank saßt du nicht drin“, murmelte er.
Ruckartig drehte ich mich zu ihm um. Konnte er Gedanken lesen?
„Das habe ich mir auch gerade gedacht.“
Hinter uns hupte nun ein Auto, was uns beide aus unsere Tagträumerei und der Begutachtung des kleinen Unfalls riss.
Er holte sein Handy aus der Tasche.
„Ich ruf dann mal kurz die Polizei.“
„Nein lass mal. Gib mir einfach deine Versicherung und deine Telefonnummer. Das bekommen wir auch ohne Polizei geregelt.“ Ich wollte auf keinen Fall, dass er wegen so einer Lappalie eine Anzeige bekam.
Ich legte zum Nachdruck meiner Aussage meine Hand auf seine mit dem Handy, um ihn am Anrufen zu hindern und schüttelte langsam den Kopf. Bei der Berührung meiner Hand auf seiner warmen Haut durchlief ein wohliger Schauer meinen Körper. Was war nur los mit mir? Ein gutaussehender Kerl brachte mich doch sonst nicht so aus der Fassung.
Er lächelte mich lieb an.
„Ehrlich? Bist du sicher? Ich will nachher keinen Ärger riskieren, weil wir die Polizei nicht geholt haben.“
Ich nickte nochmal. „Mach dir keine Sorgen. Ich arbeite bei einem Rechtsanwalt und kenn mich ein bisschen aus. Es ist alles okay. Gib mir einfach die Daten deiner Versicherung.“
Er wollte gerade in seinem Wagen nach Schreibutensilien suchen, da kam mir eine Idee.
„Ich wohne gleich hier. Park deinen Wagen an die Seite und komm einfach mit nach oben. Da können wir beide auf den Schock etwas trinken und du kannst mir die Daten deiner Versicherung aufschreiben.“
Er sah mich zuerst verwirrt an, dann lächelte er und nickte.
„Okay, ich komm dann gleich wieder hierher.“
Dann stieg er in seinen Wagen und fuhr ein Stück weiter, um an der Straße einen Parkplatz zu suchen. Ich drehte mich um und ging schonmal ins Haus.
Hatte ich ihn gerade tatsächlich zu mir eingeladen, wo er doch eigentlich mein Auto zerstört hatte?
Was war nur los mit mir?

~

Hallo meine Lieben,

in einem Aufruf in Instagram habe ich die Geschichte hier angefangen und meine Comunity gebeten weiterzuschreiben.
Die beste Idee kam von der lieben Daniela, die meien Beiträge immer fleißig liest. Sie hat mich gebten weiterzuschreiben und dies habe ich nun getan.
Nun bitte ich euch, bzw. frage ich euch, wollt ihr mitschreiben? Über jeden Kommentar und jede weitere Zeile freue ich mich wirklich sehr.
Und für dich meine liebe Daniela, wie geht es denn weiter? Du bist dran…

Eure Lisa
Euer Geschichtenmädchen

Foto by J.H. Artworks

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